Glück

Die letzten Wochen waren schön und schwer. Ich arbeite wieder, weil ich es möchte, allerdings mit reduzierter Schlagzahl. Und das ist schwer genug. Ich komme zurück in eine Welt, die laut und aufgeregt, schnell und manchmal hektisch ist. Viele Menschen reden viel und durcheinander. Es gibt Regeln, die ich schon längst vergessen habe und Schalter, die es vorher nicht gab. Die Räume sind neu, und es gibt viele Gesichter, die ich nicht kenne. Ich muss Namen zuteilen und lernen. Nebenbei sollte ich Entscheidungen treffen für nächste Woche oder nächstes Jahr. Dabei bin ich so sehr im Heute wie ich es in meinem bisherigen Leben noch nie war. Die Zukunft kommt nicht vor zur Zeit.

Ich fühle mich wie eine Fee im Bällebad. Unter mir tobt es und ich schwebe irgenwo darüber.

Und dabei freue ich mich so sehr, dass ich wieder in der Welt bin und Menschen um mich habe, die es gut meinen mit mir. Die brauche ich auch. Ihr Wohlwollen, ihr Lächeln, ihre Nachsicht mir mir sind existentiell. Meine Müdigkeit ist noch da, ich bin auch schnell erschöpft. Das Gehen fällt immer noch schwer und ist weit ab jeder Eleganz. Ich muss meine Kräfte einteilen, aber das geht jedem Rekonvalenzen ebenso. Die bucklige Verwandtschaft dagegen hält sich fern, und das ist ebenfalls schön.

Die Sonne scheint, ich liege in der Hängematte und baumle mit den Beinen. Das ist es, das Glück.

 

 

Twitterlieblinge im April

Weitere Lieblingstweets findet man bei der wunderbaren Anne Schüßler

München fünf

Es ist weit nach Mitternacht und ich habe schon ein Probeschlafen im Bett hinter mir. Es geht nicht, denn ich röchle wie ein Walross. Seit ich wieder unter Leute gehe, kämpft mein kaputtes Immunsystem gegen lauter frische Keime. Und verliert, die arme Socke. Zu jeder Mahlzeit gibt es Tabletten in allen Farben, so dass ich zumindest fieberfrei bin und Luft bekommen. Meine größte Angst ist ja immer, dass die Stirnhöhlen nicht frei bleiben. Ach, ich will Sie jetzt nicht mit dem belästigen, was in mich rein und aus mir raus läuft. Ich habe ja noch Münchenfotos.

Die Museen sind die Juwelen dieser Stadt, so empfinde ich das. Das Lehnbachhaus ist umgebaut und erweitert worden. Und man hat die Bilder der Blauen Reiter umgehängt. Da ich sie seit vielen Jahren besuche, darf ich das jetzt sagen: es gefällt mir nicht, wie und wo sie hängen. Das Licht ist anders und sie wirken nicht so, wie sie es früher getan haben. Und ansonsten hat das Museum eben den Charme des Durcheinanders, ein bißchen Neon, ein bißchen Beuys, ein bißchen sonstwas. Ich liebe das.

Das macht aber alles nichts : der Mohnkuchen im Café und die freundliche rumänische Bedienung sind beide wunderbar. Wenn Sie ebenfalls auf die Mischung Kunst und Kuchen stehen, gehen Sie doch in die Glyptothek. Dort finden sie unglaublich schöne Menschen in Marmor und sehr guten Kuchen, nein, nicht in Marmor. Anschließend können sie gegenüber in der Antikensammlung die Etrusker besichtigen. Seit dem Etruskermuseum in Este vor vielen Jahren liebe ich ja die kleinen Bronzemännchen, die irgendwas machen: rumstehen, kämpfen, sich umarmen. Sogar Schweinchen gibt es.
Ich sehe gerade: die Etrusker sind schon wieder weg. Macht ja nix, gucken Sie halt hier.
Übrigens sehen die beiden Museen exakt gleich aus uns stehen sich gegenüber. Dazu kommen noch die Propyläen, einem griechisch nachempfundenen Stadttor, was alles den Königsplatz zu einem beeindruckenden Ort macht.

Lenbachhaus
Glyptothek
Antikensammlung