Schwimminski

Heute ist es usselig draußen. Die Vögel haben schon die zweite Ladung Äpfel zerlegt. Jetzt, wo die Stunde der Wintervögel vorbei ist, sitzen sie in Zweierreihen vor den Vogelhäuschen. Wenn ich jetzt zählen müsste, würde ich verrückt. Wo waren all die Viecher bis zum Wochenende?

Bei diesem Wetter mag man im warmen Wasser sitzen und sich die Schneeflocken auf die Nase fallen lassen. Dazu müsste ich den Popo von der Couch nehmen und mich in eines der umliegenden Thermalbãder begeben. Eine Stunde fahren und dann die Haare nass? Nö. Sie merken, ich bin eine Tussi. Bloß kein kaltes Wasser irgendwo, ich bin Warmduscherin, Warmbaderin. In einem Baggersee war ich, abgesehen davon, dass gerade Winter ist, schon lange nicht mehr. Zu kalt für Madams Waden.

Aber gucken, wie andere baden, das mache ich gerne. Anne, die Tochter von FrauMutti, badet sich durch die Weihnachtszeit. Nun, sie ist gerade in Südafrika und ein paar Erlebnisse lassen bestimmt das Herz ihrer Mutter fast still stehen. Afrikaanne sieht bei alledem ziemlich gücklich aus.
Da hat übrigens ne fremde croco kommentiert, na sowas.

Journelle hat sich einen eiskalten Teich in London ausgesucht, um schwimmen zu gehen. Es werden Badekappe und Handschuhe empfohlen.
Wie vergnügt die Damen im Kenwood Ladies Pond sind!

Sind Sie auf Weltreise, wie Frau Wortschnittchen demnächst, sind sie vielleicht froh über Ratschläge, in welchen Gletscherbächen man nun baden kann. Herr Kaspersky ist ziemlich mutig.

So weit reisen muss man aber nicht. Frau Chlorhuhn gibt Tipps zum Eisschwimmen in einheimischen Gewãssern. Ein wohliges Gruseln und eine tiefe Dankbarkeit, dass ich es warm habe, überfallen mich.

Man muss solche Artikel immer mit einem hoffnungsvollwohligen Aspekt schließen. Im kleinen Hotel der Frau Blaumann in Rottenburg am Neckar ist der Zimmerpreis immer inclusive der Freibadkarte. Die ehemalige Schreinerei liegt direkt am Neckarufer und neben dem Freibad. Das Frühstück ist im Preis nicht dabei, aber bitte buchen Sie es trotzdem, es schmeckt gōttlich. Ein prima Quartier für eine heiße Sommerwoche mit Fahrrad direkt am Fluß. Und der Sommer wird kommen, versprochen!

Á la japonaise

Rumgetelefoniere heute Morgen. Arztrechnungen, Arzttermine, Behördentermine, falsche Rechnungen, Zuständigkeiten, naja.
Das Draußen wird mit Schnee vollgeballert. Schön sieht es aus und man hört nichts mehr. Der Schnee und der Schall, Sie wissen schon, der eine wirkt wie ein Kissen für den anderen. Wenn man ne Einfahrt und einen Bürgersteig zu schippen hat, wirkt das dämpfend auf die Romantik. Bin gespannt, ob die Kinder wie im letzten Jahr die Strasse hier als Schlittenbahn erkennen. Ich mag nicht schimpfen, wir haben das früher ja auch gemacht. Aber gefährlich ist das schon.

Nun, haben Sie Spaß daran zu erfahren, wie man sich anderwo warm hält?
Und welche Rolle der Kotatsu dabei spielt? Das hier ist das Blog einer jungen Deutschen, die in Japan lebt, und mir schon viele Einblicke in den Alltag dort gegeben hat.

Wir wollen in Japan bleiben. Aus einem halben Toastbrot und ganz viel Süßkram wird diese ungewöhnliche Mahlzeit zubereitet. Mal was anderes.

Wenn Sie Ihrem Bonsai eine Karussellfahrt spendieren wollen, bietet sich diese Lösung an. Ich fürchte nur, die kleinen Dinger bekommen schnell den Drehwurm. Der Film dazu lohnt sich.
So, genug Ferner Osten für heute.
Ich mach jetzt Mittagessen.

WmDedgT 1/2017

Frau Brüllen will es wissen. Und zwar, was wir am 5. eines jeden Monats so machen. Hier ist mein Tag.

Aufstehen muss ich erst um acht. Ein Luxus, zu Schulzeiten ist es meist halb sieben. Das ist für meinen Körper und meinen Verstand fast wie Mitternacht.
Draußen liegt ein bißchen pudriger Schnee und die Sonne scheint, ein perfekter Ferientag. Geschippt werden muss nicht, also wird es ein entspanntes Frühstück.
Der Mann nimmt mein schōnes Auto, ich den Packesel, damit ich den Wäschekorb zur Mangel in die Stadt transportieren kann. Ich hol noch schnell Geld aus dem Automaten und frage beim Goldschmied nach, ob ich die geschenkten Ohrstecker zu Clips umarbeiten lassen kann. Ich habe ja keine Löcher, aus Gründen. Nun, es geh nicht, schade. So gebe ich sie mit Bedauern zurück.
Die Freundin, nach dem letzten Beitrag müsste ich sie fragen, ob sie es wirklich ist, also, sie wohnt in einem anderen Dorf und ich hole sie ab. Ich nehmen einen Riesenumweg durch ein verzauberte verzuckerte Tälchen, aus Schönheitsgründen. Wir wollen uns einfach unsere letzten Wochen erzählen. Und gleichzeitig ein neues Café begutachten. Unser großer Plan ist nämlich, dass wir eines Tages alles hinschmeißen und ein Bistro aufmachen. Und so gucken wir jeden neuen Laden an und diskutiere, was wie sein soll, und was nicht. Nun, hier sind die Lampen super, aber weder Gestühl noch Aufteilung gefallen uns. Übrigens ist die Karte auch ein büschn laaangweilig, aber günstig. Ich persönlich glaube, dass wir das nie machen werden, weil wir nur Spaß am Planen haben, wir die eigentliche Arbeit aber sofort delegieren würden. Und uns immer kleine Bands oder Dichterlesungen zur Unterhaltung gönnen würden.
Nach ausführlichem Update über die gesamten letzten Wochen, bringe ich sie wieder heim und eise den Mann für zwei Toast Hawaii aus der Arbeit raus. Danach ruhe ich zuhause etwas aus, lese, der Mann kommt und hat Zeit für einen Spaziergang bei Eiseswind ums Dorf. Keiner ist draußen, nur wir. Ein Fenster öffnet sich für einen Neujahrsgruß. Ich ziehe mir die Kapuze meiner neuen irischen Strickjacke über die Ohren, viel hilft es nicht. Zuhause gibt es Tee, der Mann geht wieder arbeiten. Ich mache mich an Nähzeugs, was seit zwei Jahren rum liegt. Hosennähte, Abtrockentücher umsäumen, so Flickzeugs halt. Nebenher ziehe ich mir die Podcasts der Landesschau Baden Württemberg über das ipad rein. Da wird mir immer so wohlig dabei. Die Nähmaschine tut es erstaunlicherweise noch, für den Fadenverlauf in der Spule muss ich aber im Prospekt nachschauen.
Um acht kommt der Mann von der Arbeit und hat Hunger. Wir essen, also wir verspern, und gucken dann Nachrichten. Anschließend sind zwei aufgezeichnete Folgen von Scott & Bailey dran. Ich nerve etwas, weil ich nebenher twittere und ein bißchen Candy cush spiele. Kurz nach elf ist Bettzeit, doch leider ist für mich kein Einschlafen möglich. Nach langem Hin- und Hergewälze stehe ich auf, trinke Apfelsaft und schreibe das hier.