Twitterlieblinge im November

An sonnigen Novembertagen haben wir den Besuch am Rhein spazieren geführt. Die Quitten habe ich verschenkt, die paar Äpfel dem Igel und den Mäusen gelassen. Ich habe viel Leonard Cohen geyoutubt und wieder vier neue Ärzte kennen gelernt. Neue Fachrichtung, neues Glück. Die Diagnose war die beste, die der Fachbereich zu vergeben hatte: kommt ein Mal vor, erschreckt alle und verschwindet für immer.

Nun denn, mein alter Dummendusel scheint zurück gekehrt zu sein. Feiern wir!

Hier sind die Lieblingstweets des Monats, wieder mit aufgestockem Datenvolumen erbeutet, da auch dieses Krankenhaus kein WLan hatte. Leute, ich sorge mich um den Standort Deutschland, jetzt echt.

Weitere Lieblingstweets sammelt die wunderbare Anne Schüssler

Menschen, Brücken, Sensationen

Der neueste heiße Scheiß im Hunsrück ist eine Brücke. Eine nepalesische Hängeseilbrücke zwischen zwei Dörfern, die durch ein völlig belangloses Tal voneinander getrennt sind. Die Bürgermeister von Mörsdorf und Sosberg haben haben sie sich in den Kopf gesetzt. Und wie das mit Spleens manchmal ist: wenn sie ganz abgefahren sind, finden sie andere auch toll. Im ersten Jahr waren schon hunderttausende da. Die beiden Dörfer sind seither verstopft durch Besucherautos und Abfall. Der Wilde Westen diente als Vergleich. Nun, langsam gibt es Parkplã,tze, was zu essen und Hãuschen für andere Bedürfnisse.
FrauMuttiss Tipp, von Süden her aus Sosberg zu kommen, war Gold wert. Es gibt ein paar Parkplätze innerhalb und außerhalb des Dorfes, man geht an ein paar Feldern vorbei und ist schon da.
Die Brücke mit dem dramatischen Namen Geierlay hat es in sich: schmal und sehr wackelig. Ein paar Besucher habe ich im Verdacht, der Sache noch zusätzlich Schwung zu verpassen. Jedenfalls habe ich die Brücke nur zur Hãlfte geschafft. Für mich, die nichts lieber hat als festen Boden unter den Füßen, war das schon eine Leistung. Zurück musste ich ja auch noch. Jedenfallls war ich so nicht in Mörsdorf. Dann eben ein andermal.
Noch ein bißchen Sensation. Im Nachbardorf Altstrimmig hat sich ein Geheimagent niedergelassen.Werner Mauss . Er besitzt mehrere Tarnidentitäten, einen Reiterhof und eine Landebahn. Und eine heiße Liebe zur rheinland-pfãlzischen CDU, die er regelmãßig mit Spenden versorgt. Allerdings mag er seinen Namen nicht lesen und macht das lieber über ein Anwaltsbüro. Woher man das weiß? Herr Mauss ist gerade in einen Prozess wegen Steuerhinterziehung verstrickt.
Man hat jetzt der CDU gesagt, wo das Geld her kommt und sie ist sehr erschrocken darüber. Wenn sie das gewusst hätten…..
Der Schatzmeister muss nun, glaube ich, zur Strafe nach Berlin, als Abgeordneter. Ich liebe es, wenn der Geist Helmut Kohls ab und an durch’s Land weht.
So gesehen passt der Name Geierlay.


Das ist noch die Bienenweide von Frau Mutti.

Moselle, ma belle

Die Mosel steht auf Schleifen. Und an den Hãngen wird steile Landwirtschaft betrieben. Weinstock um Weinstock krallt sich in das steile Schiefergestein.
Die Römer hatten die ersten Pflanzen gebracht und mit dem Wein angefangen.
Ob er gut war, der Wein damals? Nun ja, man hat ihn mit Honig gesüßt und mit Anis gewürzt. Transportiert wurde er in Fässern und mit Schiffen hinunter nach Köln gebracht. Viel spãter hatte man den Moselwein einem Massengeschmack angpasst. So wurden die Dörfer am Ufer Ziel vieler Kegelausflüge und Ort von Besäufnissen. Die Architektur mancher Kneipen zeugt heute noch davon. Aber das ãndert sich. Winzer verbessern die Qualität, man gedenkt der römischen Vergangenheit. Das Weinschiff, eine römische Skulptur, wird in Holz nachgebaut.
Man kann sogar fahren damit, allerdings bleiben die Ruder dann nur Deko.
Ach ja, geerntet wird an den steilen Hãngen nur noch manchmal von Hand. Meist kommen Vollernter zum Einsatz. Dieser hier ist allerdings für ebene Wein“berge“.