Engel, Geister und Jeannies

Leider kann ich nicht bloggen, ich muss die Zauberfrau angucken.
Ein bezauberndes Wesen, das in einer Flasche wohnt, wird befreit und folgt fortan ihrem Meister. Der Traum eines jeden Mannes ,das glaub man zuerst. Aber dieser Mann ist ein moderner Mann. Er ist ein Astronaut. Und es ist ihm peinlich, Befehle zu erteilen. So interpretiert das Flaschengeistchen so allerhand in die Aussagen ihres Meisters hinein.
Als Kind habe ich sie verehrt. Ich mochte ihre rosa Pumphose und ihre stete Zuversicht. Lange habe ich geübt, so zu sein wie sie. Ich kann es heute noch: Arme verschränken, nicken, blinzeln. Und schon passiert was, ein Wunsch geht in Erfüllung oder eine Katastrophe trifft ein. Meist beides.
Erfolg hatte ich nie, was ich aber auf mich zurückführte. Ich hatte eben den Dreh noch nicht raus. So blinzelte ich, was das Zeug hielt ohne dass die Obstschale schwebte. Ich wollte immer, dass Dinge fliegen. Und ich habe lange geglaubt, dass sie es tun, wenn ich gerade nicht hinschaue. Ich versuchte den Überraschungsangriff, blitzschnelles Umdrehen war eine Kunst, doch alles war wie immer.
Auch die Familie, die meiner Meinung nach in meiner Puppenstube wohnte, bekam ich nie zu Gesicht. Sie waren winzig und passten genau in meine Puppenbetten. Sie aßen in der Puppenküche und saßen auf der Puppencouch. Doch sobald ich kam, waren sie verschwunden.
So wie mein Schutzengel.
Er stand an meinem Bett, begleitete mich durch den Tag und passte eben auf, dass ich nicht von der Treppe fiel.
Das war seine Aufgabe. Meine Aufgabe war, aufzupassen, dass er sich nicht die Flügel klemmte. So ließ ich ihn immer vor mir durch die Tür gehen und schloß sie auch erst, wenn ich sicher war, dass er durchgegeangen war. Bei Nacht war es schon schwieriger. Es stand ja wie ein Gardesoldat am Fußende meines Bettes und wachten über meinen Schlaf. Er tat mir leid und so machte ich Platz im Bett. Ich deckte ihn zu und und beruhigte ihn: er könnte ruhig schlafen, mir passiere schon nichts. Später hatte ich dann ein Bild gesehen, auf dem das Kind klein und der Schutzengel riesengroß war. Der hatte ja nie im Leben Platz in meinem Bett! So zog ich um.
Er bekam das Bett und ich das Kopfkissen. Auf dem lag ich nun bei Nacht, vor dem Bett, und schlief da. Kalt war es, aber der Schutzengel konnte wenigstens ausruhen. Früh morgens tauschten wir. Einmal wurde ich nicht rechtzeitig wach und meine Mutter entdeckte mich. Die Geschichte flog auf. Der Engel kam mit einer fadenscheinigen Begründung wieder an seinen angestammten Platz und mein Schlafplatz wurde kontrolliert.
Er war, glaube ich, nie beleidigt deswegen. Aber ganz konzentriert war er nie.
Naja, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, habe keine Zeit zu bloggen, muss Jeannie gucken.

Hier die erste Folge
Jeannie
http://www.myvideo.de/tv#011580_8149397

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