Pfingsten mit Rosen

Sie haben es nicht geschafft, die Pfingstrosen. Knöpfe sind da, die Pracht aber fehlt.
Was soll’s, warten wir halt noch ein paar Tage.
Bis dahin gibt es eben Akelei. Und die ersten Blüten der Heckenrose.

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Es grünt so grün

So, jetzt sieht das Äußere des Blogs langsam so aus wie es muss. Grün. Und mit einem Krokodil drauf. Es ist ein kambodschanisches Tier aus dem Tonle Sap See. Auf einem der schwimmenden Dörfer gibt es so eine kleine Krokodilsfarm. Ja, und ich halte es, mit beiden Händen.  Die Haut fühlte sich ganz trocken an, und weich. Und es hat sich gewehrt wie es nur konnte. Ein durchgehender Muskelstrang von vorne bis hinten, und mit einer Wucht und einer gewaltigen Drehung versuchte es sich zu entwinden. Es ist ihm nicht gelungen. Sonst hat sich übrigens niemand anderes getraut, das Kokodilbaby auf den Arm zu nehmen.

Indianermangel

Die Serra de São Mamede zieht sich an der spanischen Grenze entlang. Ungewöhnlich für Portúgal, eine waldreiche Gegend, die noch nicht abgefackelt und mit Eukalyptusbäumen aufgeforstet wurde. Die Vegetation ist ursprünglich, man findet neben blühendem weißem Ginster ganze Esskastanienwälder. Menhire und Höhlenmalereien zeigen doch, dass man auch in der Steinzeit hier gerne und vielleicht auch gut gelebt hat. Nach Spanien muss man nur über den Huckel fahren, die grüne Grenze eben. Die Grenzstation ist verfallen und trostlos. Aber dahinter dehnt sich eine weite Fläche aus, trocken und schienbar unendlich. Die Extremadura fängt hier an, Spaniens flachste, heißteste , staubigste Pfanne. Doch hier muss es noch ein bißchen Leben geben. Von irgendwas leben die Störche ja . Zu Hunderten haben sie Strommasten und Kirchtürme okkupiert. Und in ganzen Verbänden stacksen sie über die Wiesen und suchen Mäuse für ihre frisch geschlüpften Jungen. Und ich höre zum ersten Mal im Leben das Geklapper ihrer Schnäbel.

Am besten setzt man sich einfach in Albuquerque auf den Marktplatz, wenn Siesta ist. Kein Mensch da, aber die Storchschnäbel klappern. Man begutachtet den Ortsgigolo, schaut de Schwalben am Rathaus zu und freut sich über den Duft der Orangenblüten. Dreizehn Monate brauchen die Früchte und sind sie fertig, sind schon wieder Blüten da.

Übrigens ist die Siesta ein heilige Ritual. Alle hören mit dem auf, was sie gerade tun. Die Rollläden werden mit einem Ratsch heruntergelassen, die Geschäfte sind zu, die Cafes leer und der Mensch ruht. Und der Tourist schaut sich um.

Die Eitelkeit hat mich hierher getrieben, das muss ich leider zugeben. Ich wollte in beiden Albuquerques gewesen sein, dem in New Mexico und dem in Spanien. Ja, ich habe es geschafft. Welches mir besser gefällt? Ich weiß es nicht. Bißchen wenig Indianer hier