Ünkraut

Sie wissen, der Franzose kann hübsch.
Inszenierung ist alles. Und wenn man dann aus der Provinz kommt,so wie ich ,so ist man dermaßen unterfüttert, dass einen die Schönheit förmlich erschlägt.

Und der Franzose kann Pflanzen. Sie sind Stilmittel bei ihm.
Nicht so natürlich wie rechts des Rheines, wo manches so wachsen kann, wie es will. Nö.
Der Rasen zwischen den Straßenbahngeleisen ist akkurat geschnitten.
Die zurechtgestutzen Bäume stehen vor der Oper, die Kapuzinerkressebeete tatsächlich vor dem Rathaus.
Doch die eigene Bevölkerung scheint nicht ganz überzeugt.
„Oh, dies hier ist alles Ünkraut, einfach Ünkraut. Das holen die in den Sümpfen überall.“
So der freundliche Elsäßer, der wohl unter meinem Französisch so gelitten hat, dass er umgeswitcht ist.
Aber eine Stelle des unordentlichen Wachstums haben wir gefunden, mitten in der Nacht.
Urban gardening. Anwohner bringen Bioabfälle, gießen und dürfen ernten.

Aber warum der Weg am Kanal entlang Dellen hat, weiß ich auch nicht.

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6 Gedanken zu “Ünkraut

  1. Der Weg war früher nur ein Trampelpfad – und muß ja um die Bank herum einen Bogen schlagen!

    Elsässer, die merken, da ist ein Deutscher, der sich Mühe gibt, französisch mit ihnen zu sprechen, reden gerne deutsch mit dem Deutschen. Aber wenn ein Deutscher kommt, der meint, alle Elsässer sprächen deutsch, der wird keinen deutschsprechenden Elsässer finden… 😆

  2. Um die Bank herum ja, aber weiter hinten wellt es sich trotzdem. Aber ein alter Treidelpfad könnt es sein, das stimmt.
    So, da hatte ich ja Glück mit den Elsässern. Sie haben sich sichtlich gefreut, dass ich es versucht habe. Bei mir konnten alle deutsch, bis auf die Tiere von der Securité.

    • Die werden ja nun wirklich auch nicht fürs Denken bezahlt…
      Mit Treidelpfad hast du vermutlich auch recht, das weist aber weiter in die Vergangenheit. Ich schrieb Trampelpfad, weil das früher wirklich so ausgesehen hat. Dieses Bild ist zwar nicht ganz an der gleichen Stelle aufgenommen wie deins, aber… du siehst das Ufer. Ich dachte, noch andere Bilder zu haben, aber die sind offenbar nicht online.
      Andere Uferpartien sind breit gepflastert, mit zwei Meter breitem Spazier- und Radfahrweg (nicht ausgeschildert, aber ausgenutzt). Da im Schatten der Oper war immer der reine Wildwuchs. Übrigens war früher mal in dem kleinen Haus links an deinem Bildrand arte. Dann sind die rübergezogen an die Robertsau in den riesigen Glaspalast.

      • Das Foto habe ich von der Brücke gemacht, die auf Ihrem Foto ist, glaube ich.
        Das ist ja schon lustig mit ARTE, da war ich nämlich auch.
        Die Entkrautung schien ganz frisch durchgeführt zu sein.

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