Lob des Lehrers

Lehrer sollen loben, immerzu.
Aber wer lobt uns Lehrer?
Wer sagt “ Das hast Du aber fein gemacht“ und bringt Pralinen?
Die Schüler nicht, die sind zu jung.
Der Eltern nicht, die sind zu verstrahlt.
Die Schulleitung nicht, die sind zu beschäftigt mit den Kollegen, die man schimpfen muss.
Die Verwaltung nicht, weil sie ja von nichts wissen, auch nichts vom Loben.
So muss man sich selbst loben, damit man die schlimmen Tage übersteht.
Auf dem Weg zum Parkplatz, die Tasche macht einem Gorillaarme, muss man es sich sagen, jeden Tag :
„Was bist du denn für ein tolles Einzelkämpferchen im Dschungel von Vietnam. Ohne Dich würde doch die Welt untergehen. Mach einfach weiter, Du kleines Lehrerlein. Das wird schon!“

inspired by miss krise

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14 Gedanken zu “Lob des Lehrers

  1. liebes lehrerlein crocodylus

    *feierlich einen kranz aus frühlingsblumen dir aufs haupte setze*

    lieber gruss anne

    ps: ganz ehrlich und ohne ironie: die lehrer waren etwas vom besten für mich während meiner schülerinnenjahre 🙂

  2. Es wird überhaupt viel zu wenig gelobt. Nicht nur bei uns Schwaben (wenn i nix sag isch’s recht. net gschempft isch gnuag g’lobt)
    Tatsächlich vergessen wir oft, wie sehr uns die Lehrer prägen, ein Leben lang. An meine LK-Lehrer denke ich noch heute, da habe ich viel fürs Leben gelernt.

    Ein schwäbisches Lob wäre übrigens: „wir hatten schon schlechtere Lehrerinnen“. Ist, wie Du weißt, natürlich ein ganz großes Lob.

    • Das ist das Nonplusultralob. Ned wiaschd und ned schlecht, darüber hinaus geht nichts.
      Ich bin ein Lobelehrer. Und wenn ich nur sage, das hast Du aber gut gemacht.
      Im Hochdeutschen flutscht das auch viel besser.

    • Hier in der Saintonge ist das höchste Lob „il n’y a rien à redire“, ungefähr „es gibt nichts zu kritisieren“. Waj waj.

      Ich bin mit Lehrern aufgewachsen, und mutatis mutandis bin ich auch einer…

      • In Ihrer Gegend wohnen auch so schweigsame Leute.
        Sie unterrichten an einer Schule? Ihre Konfirmanden vermutlich schon. Dafür lobe ich Sie sehr, ein schwieriges Alter. Macht Ihnen das Spaß?

      • Schule – nein, das nicht. Außer im Elsaß und Nordlothringen gibt es keinen Religionsunterricht in staatlichen Schulen.
        Aber ja, Konfirmanden. Es ist nicht immer einfach, zumal sie ja großenteils nicht aus Interesse an den Inhalten dabei sind, sondern weil die Eltern sie hintreiben oder eventuell noch weil die Freunde auch da sind. Ich kann mittlerweile die Frustration gut nachvollziehen, die mein Vater aus seinem Schulmusikerdasein behalten hat.
        Der Vorteil, den wir haben, ist die kleine Gruppe, bei mehr als 10 denkt man schon, „meine Güte, sind das viele!“ Da kann man besser auf den einzelnen eingehen als bei 27 (mein Konfirmationsjahrgang). Andererseits, wenn ein paar fehlen, kommt man an die kritische Untergrenze, denn zwei oder drei sind eben nicht unbedingt Gruppe…

        Spaß. Das ist vielleicht nicht das richtige Wort. Im Großen und Ganzen macht es mir Freude, mit den jungen Menschen zu arbeiten. Obwohl es immer wieder eine Herausforderung ist, denn trotz oder auch wegen der paar religionspädagogischen Seminare, die ich in meinem Studium belegt habe (und meinen französischen Kollegen voraus habe, denn die haben nichts dergleichen – Lehrer übrigens auch nicht!), muß ich sagen, es ist eine Aufgabe, deren Erfüllung ich nicht gelernt habe.
        Vielleicht verbinde ich das Wort Spaß aber auch zu sehr mit Jux – und dafür ist es mir dann doch zu ernst.

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