croco paparazzo

Nein, das ist kein Jugendknast.
Das ist das Gartentürchen vom Jungen aus dem Nachbardorf, der so gut kickt.
Mitten im Dorf steht ein großer grauer Kasten, neu gebaut und sehr abweisend.
Aber über Geschmack lässt sich streiten.
Er jedenfalls ist nicht so oft zu Hause, sagen sie im Dorf.
Dafür konnten ihn alle sehen am Samstag.
Kurz vor Schluss wurde er noch eingewechselt, meist darf er etwas länger spielen.
Was sich anhand der Tore für den Verein so richtig lohnt.
Ja, er ist ein hübscher Junge, aber für diese Gartentürchen bekommt er Ästhetikpunkte abgezogen, lo siento mucho, Mario.

Nachtrag: Heute zwei Tore geschlossen, äh geschossen. Super Mario!

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Ausprobiera

Ein Ort, an dem alles möglich scheint.
Nur auf den ersten Blick ist es ländlich und beschaulich.
Schaut man genauer hin, zeigt es sich: alles ist doch irgendwie anders.
Gottesfürchtig sind die Menschen hier, die Kirchen voller Schnörkel und Gold.
Doch jeder kennt eine Gesundbeterin, die mit Pater-Pio-Bildchen wedelt, etwas Stinkendes anzündet und die Krankheiten und anderes böse Zeugs weg macht.
Und auch mal durch’s Haus oder den Stall geht, wenn es nötig erscheint.

Der Boden ist gesegnet, guter Boden, fruchtbar. Gottes eigenes Land, so nennen sie es. Die Felder sind groß und müssen auch vor der Heirat schon beieinander liegen. Die Felder, nicht die Leut.
Der Musikverein kann laut und zackig, halt viele Trompeten. Und viel rote Backen vom Einkehren danach. Sie kennen sich aus da mit Brüssel und den Subventionen. In der Wirtschaft schimpft man und doch hat man schnell das Formular ausgefüllt.
KLug, geschickt, wendig, das sind die Leute hier.
Man versucht es halt mal, ob es klappt. So haben die riesigen Scheunen und Ställe schwarze Platten auf den Dächern. Mir mached onsrn Schdrom selbr.
Es lohnt sich. Sonst mag man es schon hübsch, Blumen vor dem Haus, die Gass isch gfegt.
Aber dui Blatta, dui schdöred faschd ned. Subwenziona. Des amordisiert sich en zehn Johr.

Fabrikle gibt in jedem Ort. Hier machen sie dies, dort jenes. Ausprobiera, ob’s goht.
No send mir halt noch Canada gfahra, kalt do, aber unsre Säga, dia mehged se. Oh, send dees Baim dort.

Ond Viecher erschd gibt’s.
Strauße und Störche, Lamas und Kühe, hier macht man es einfach passend.

Auf Wallfahrt geht man heute noch, bei Nacht den Berg hoch.
Beten um einen guten Mann, eine gute Frau, ausprobiera, ob’s hilft.
Und dann isst man kleine Marzipanbabys, damit man welche bekommt.
Das geht direkt durch, vom Magen in die Tiefe.

Der Pfarrer ist jetzt ein Schwarzer. Das macht aber nix. Man versteht ihn schon, halt manchmal eben. Bloß bei den Predigten, da isch es schon ned schön, wenn mr nix verschdoht. No bedden mir halt an Rosenkranz, des goht au.

Ja, ein besonderer Menschenschlag lebt hier im Oberland.

*soll ich übersetzten?

Ma fia, Nachtrag

Sie ist gestorben, die Frau des Staatsanwaltes Borsellino. Der Bruder schreibt hier und erklärt, was es mit dem roten Notizbuch auf sich hat.

Ojee, jetzt habe ich alle beunruhigt. Habe einfach vergessen, in den Link nochmals den Text einzusetzen. Tut mir Leid, wenn ich Euch erschreckt haben sollte, meine treuen Leser. (Danke Melody)

Als Ausgleich verspreche ich, das Gartentürle vom fußballspielenden Jungen aus dem Nachbardorf zu bringen und die Höhlenbärenspuren. Den Bankräuber muss ich weglassen. Der ist Verwandtschaft. Und die aufgebrochenen Schlösser vergessen wir besser auch. Das war ich nämlich selbst.