Weiberspeck

Mitten im Schönbuch steht ein Schloss mit ganz viel Heimat drin, und Vergangenheit.
Man darf staunen, sich wundern darüber, was früher hübsch, witzig und sinnvoll war.
Manches erklärt sich von selbst, manches muss man erst eingehend studieren, bis es sich erschließt und zur Not sind da ja noch Schilder, die man lesen kann.
Wie Frauen auszusehen hatten, sieht man auf dem ersten Foto. Wie heute auch, erreicht man das Ziel mitunter nur unter Einsatz von Hilfsmitteln. Die Silhouette, die man im Abendschein auf die Kirchenmauer wirft, soll schon was hermachen. Soll zeigen, die kann arbeiten, und dazwischen noch Kinder in die Welt setzen. Das schafft sie mit links, und etwas Hilfe der Wattfabrik, wie mein Vater immer sagte.
Voilá , der Wonderbra des 19. Jahrhunderts.
Beim dritten Bild dürfen Sie einfach raten, wofür das Teil verwendet wurde.. Aber Sie kommen drauf, ganz bestimmt!
Und danach ein kleines und ein großes Hach. So war es. Und meine Oma…und bei meiner Tante….. So ging es mir. Ich roch plötzlich das warme Wasser, das den ganzen Tag auf dem Küchenherd bereit war, im meist ziemlich verkalkten Schiff, einer Wanne, die im Herd eingelassen war.
Und diese Bilder, unter denen man untergebracht war, als Kind im Gästezimmer der Verwandtschaft. Die Jesusse und Engelchen namen kein Ende, und beschützen einen vor den wuchtigen Kirchturmuhrschlägen, den knarrenden Bodenbrettern, vor den Schatten an der Wand und vor überhaupt.
Das kleine Karussel stand im Schuhladen und Kleincroco drehte sich so lange darin, bis ihr schlecht wurde. Was aber auch von den kleinen Gummitieren in Elefantenform kommen konnte, die der Schuhverkäufer an die wartenden Kinder verteilte. Jedenfalls habe ich jetzt auf einem Foto bestanden, das ich aber keinem zumuten will. Dochdoch, ich passe noch rein, aber gaaaaanz knapp. Und ein bißchen schlecht war mir auch, aber ohne Gummitiere.

Museum der Alltagskultur

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4 Gedanken zu “Weiberspeck

  1. ja das ist wirklich ein sehenswertes Museum. HIer wird von den Menschen und ihren Dingen erzählt und nicht nur von Königen und Schlachten und Großtaten.
    In unserem Schuhladen gab’s statt Karussell eine Rutsche.

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