Siedlers Heim und Siedlers Funde

Stellen Sie sich die Alpen vor. Nein, nicht einen einzelnen Berg, sondern das komplette Paket, von Ost nach West. Gigantisch? Nö, mini im Vergleich. Die Rocky Mountains sind von allem das Zwanzigfache, höher, breiter, weiter. Eine Landschaft, die den Verstand kirre macht, Abschätzungen von Entfernungen unmöglich.

Nehmt Wasser mit, sagt der Freund, immer Proviant und geht davon aus, dass euer Handy keinen Empfang hat. Und immer tanken, wenn ihr eine Tankstelle seht. Die nächste kommt erst in 50 Meilen.
Übrigens die Meilen, ein Teufelszeugs. Sie werden nicht weniger beim Fahren, es sind immer nochmals 50 Meilen.
Wie die ersten Siedler das überhaupt geschafft haben, nach drei Monaten im Zwischendeck gammeliger Schiffe und dann noch Monate und Jahre im Planwagen Richtung Westen, ist mir schleierhaft.
Die Verzweiflung muss sie angetrieben haben, die Armut, der Wille.
Ich jedenfalls finde, ein 11-Stundenflug ist schon die Grenze der Zumutbarkeit. Ich wäre spätestens in der irischen See von Bord des Auswandererschiffs gehüpft.

So kann man die Bewunderung nachempfinden, die die Amerikaner den ersten Siedlern entgegen bringen. Einfache Holzhütten, mit Moos und Lehm verschmiert, werden verehrt, sie gehen andächtig an windschiefen Häusern vorbei. Das muss man wissen, wenn man sich in die Berge und die alten Goldgräberstädte begibt.
Die Lebensgeschichte von Adeline Hornbek ist sicher eine von vielen, mit ähnlichen harten Bedingungen, doch sie ist besonders.
Sie hat so viele Neuanfänge, sieben Kinder und naturwissenschftliches Interesse vereint, dass man voller Respekt ihre Homestead mitten im Hochmoor von Florissant betritt.

Wie sie die Zeit gefunden hat, noch nach Versteinerungen zu suchen, bleibt ein Rätsel. Jedenfalls hat sie den Grundstein gelegt für einzigartige Forschungsarbeiten. Nirgendwo hat man eine solche Vielfalt an versteinerten Insekten gefunden. Eine Schlammlawine hatte vor 35 Mio Jahren ganz schnell ein Becken aufgefüllt, und voilà: jetzt ist da ein Museum, ein Nationalpark der versteinerten Bäume ist eingerichtet und Rangers führen einen rum. Da es einige Jahre nicht geregnet hatte, und dieses Frühjahr fast einer Flut glich, blühte es überall.
Allerdings mag man es hier nur, dass die Botanik schießt, ansonsten ist Waffenverbot.
Warum die Kiefern hier alle in sich gedreht sind, weiß bisher aber niemand.

Hier klicken für Homestead

Hier klicken für Florissant

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2 Gedanken zu “Siedlers Heim und Siedlers Funde

    • Freut mich. Warten Sie erst mal ab, was noch kommt.
      Bin aber so mit Arbeit zugemüllt, dass ich meist arbeite oder schlafe.
      Für Muße und Blog ist wenig Luft. Naja, wird wieder besser.

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