Twitterlieblinge im April

So, habe ich es doch noch geschafft, die Lieblingstweets rauszusuchen. Ein Wunder eigentlich nach den letzten grausligen Wochen. Es geht aufwärts, und das ist es was zählt.
Und danach wird wieder öfter gebloggt. Habe ich mir zumindest vorgenommen. Ich habe noch so viele Reiseerlebnisse aus dem letzten Jahr, dass es schade wäre, wenn ich sie vergessen würde.
Also, bleiben Sie mir gewogen.

Achja, Lieblingstweets gibt es bei der wunderbaren Anne Schüssler, ihre eigenen und die anderer Leute.

https://twitter.com/percanta/status/592022142788702208

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Bin ich schön?

Als kleines Mädchen muss ich unglaublich niedlich gewesen sein. Die Verwandtschaft stürzte sich auf mich, knuddelte und frisierte mich. Oder versuchte es zumindest. Es war mir unglaublich lästig. Heute noch spricht man davon, wie ich mich dagegen gewehrt habe.
Als dann die lange Locken ab waren und die Schule anfingt, war es mit der Niedlichkeit zu Ende.
Und ich war froh.

Alles Wichtige habe ich in der 5. Klasse erledigt. Ich wuchs auf einsfünfundsiebzig heran und ich bekam meine Tage. Die Schuhgröße schob sich auf vierzig und danach passiert nichts mehr.
Rein körperlich gesehen. Ich fuhr weiter Fahrrad und las die Bücherei durch von A bis Z.
Ich war die größte und folglich die schwerste der Klasse. Und im Sport unglaublich ungeschickt. Da wir lange Zeit fast nur an Geräten turnten, die zu klein für mich waren, kein Wunder.
Gezeigt hat mir niemand etwas und durch beobachten war es nicht herauszubekommen, wie man nun über den Bock sprang. Folglich galt ich als fett. Die Mädchen sagten mir das, in aller Freundlichkeit. Zuerst begriff ich nicht, dass das nichts Nettes ist, mit der Zeit dann aber schon. Ich wurde nicht in Mannschaften gewählt, bekam blöde Kommentare.
Meine Mutter war von ähnlichem Kaliber. Sie nähte uns die Kleidung, und fand, dass wir dünner sein sollten. Ich fühle heute noch ihren Klatsch auf den Bauch : Iss weniger!
Dabei kochte sie gut und sehr viel. Und ich aß gerne, tue es noch heute.
Und es gab eigentlich dauernd etwas zu essen.
So habe ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, ob ich nun schön bin. War ich ja nicht, war ja zu fett. Die Mitschülerinnen lasen Bravo, meine Mutter Burdamoden.
Auf die Idee, mich mit den dort abgebildeten zu vergleichen, kam ich nie.
Ich war anders und basta. Meine Leserei hatte mich immun gemacht. So viele Geschichten, so viele Leben waren im meinem Kopf, dass ich mir um mich wenig Gedanken machte.
Später dann hieß es plötzlich: hast Du schöne Lippen, hast Du schöne Haare, und Deine Beine!
Ich habe nichts geglaubt, ich war ja zu fett.
Dieses „fett“ hieß plötzlich Figur, Form, weiblich, und dabei war es die selbe Größe, die ich in der Pubertät trug.
Was ich gelernt habe:
Mädchen, und Frauen, leben im Vergleich mit anderen und legen somit die Quelle ihres Unglücks selbst.
Und Mädchen sind gemein zueinander. Nie habe ich so gnadenlose Kommentare bekommen wie von Geschlechtsgenossinnen.
In meinem ganzen langen Leben hat mir ein einziges Mal ein Mann gesagt, ich sei ihm zu fett. Ein kleiner, rotgesichtiger Kollege mit ungewöhnlichem Pullovergeschmack. Ich habe ihm geantwortet, dass er mir zu klein sei, und dann war gut.

Inspired by Das Nuf

Nachtrag: Bericht eines schwedischen Models über die Welt der Körpermaße