Gucken und malen

Gucken, malen, gucken, malen.
So ähnlich malen wir, wenn wir malen.
Dass es aber die großen Künstler ebenso machen? Nienienie.
In meiner Vorstellung haben sie das Bild schon im Kopf und malen es dann nach.
Bei Claude Monet, zu meinem Erstaunen, waren es nicht so. Wer so viele Seerosen gemalt hat, muss immer noch nachschauen.
Das sieht man hier.

Ist das Internet nicht wunderbar? Sie kennen Pierre-Auguste Renoir, der Maler der strahlenden Frauen mit den schönen Haaren? Schauen Sie mal seine Hände an. Er hatte Rheuma und konnte den Pinsel nicht mehr selbst halten.

Für die Linien im Gesicht eines Jungen schaut Henri Matisse genau hin. Wieder diese schnellen Blicke und dann der sichere Strich mit dem Kohlestück.

Alberto Giacometti, der Erschaffer der langen dünnen Menschenskulpturen, baut aus Strichen das Gesicht des Gegenüber auf.

Das Gesicht von August Rodin gefällt mir. Er sieht selbst aus wie eine seiner Skulpturen. Wie er so einfach eine Ecke an der Marmorskulptur wegklopft!

Und jetzt der, der das Bild schon im Kopf hat. Kurzzeitig denkt man, man weiß, was er zeichnen will. Pustekuchen!

Hab ich schon gesagt, dass ich das Internet liebe?
Ich kann Filme sehen, an die ich im Leben nicht rangekomen wäre, einfach so.
Und ich kann sie zusammenstellen, so dass, wer Spass daran hat, sie auch anschauen kann. Sie haben doch Spass daran? Guuuuut!

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8 Gedanken zu “Gucken und malen

  1. Wunderbare Funde. Die Aufnahmen von Picasso sah ich oft, die anderen noch nie.
    Es gibt sehr verschiedene Vorgehensweisen, wenn ein Bild durch Malerei entsteht, selbst bei ein und demselben Maler. Aber die virtuose Hand wird von einer Kraft gelenkt, die den Malenden selbst oft in Erstaunen versetzt. Das ist der schöpferische Akt, der einen selbst entzückt und den man letztlich nicht begreift und erklären kann. Transzendenz kann man es vielleicht nennen.

    • Schön, dass es Ihnen gefällt.
      Das berichten viele Künstler, dass “ es sie malt.“
      Dass sie sich in einem ganz besonderen geistigen Zustand befinden, wenn etwas unter ihren Händen entsteht.
      Meist sieht da ja niemand zu. Als ich das erste Video zufällig gefunden hatte, war ich richtig betört davon.

  2. Es ist ein einziges „Es“ (gesprochen mit langem ‚E‘), also man entfernt sich während der Arbeit im besten Falle von sich selbst, von der eigenen allzu verfangenen Hülle, und „Ees“ zeichnet, malt, collagiert bzw. ordnet das Bildwerk durch einen hindurch, quasi, mithilfe der einem zugeeigneten persönlichen Sicht- und Gedankenfilter. Beim Machen. Es ist dann eine sehr empirische wissenschaftsähnliche Sache, ein Vorgang des „Ees“. Das sind dann sehr sehr glückerfüllte Momente, die viel mit Schöpfung und persönlicher Unterordnung unter diese Mechanismen zu tun hat. Man schöpft ohne Ego, eher befreiend ist das, oder „dient“ irgendeiner Sache, nicht sich selbst. Das sind große Glücksmomente, jedenfalls bei mir. Das kann einen erschöpfen, aber es ist eines der wenigen Dinge, die Sinn machen. Ein wenig auch spirituell, ja. Ich bin sehr glücklich, dass ich so etwas machen darf. / Und Danke für die Videos! Ich selbst könnte mich aber niemals kaum filmen lassen während solcher Arbeit…

    • Das haben Sie schön beschrieben. Sie sind ja auch einer, aus dem etwas raus muss. Der malt, gestaltet, und durch den Ees durchfließt.
      Freut mich, dass Ihnen die Videos gefallen. Zufällig hatte ich Monet gefunden, und war angefixt. Stand ich doch schon in Paris und hab seine Seerosen angeschaut, von Raum zu Raum wurden sie abstakter und nachlässiger gemalt. Und mich gefragt, ob es nun Seerosen aus dem Kopf oder aus dem Teich malt. Nun.

  3. Und wie ich Spaß daran hatte und habe! Was Sie da für Schätze entdeckt haben, Frau Croco!
    Der Gesichtsaufbau bei Giacometti! Und dann Renoir. Nie hätte ich ihn mir so vorgestellt.
    Sehr schön, was Sie da für uns zusammen gestellt haben. Besten Dank dafür!

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