Bubikragen

Wie diese Woche rumgegangen ist, weiß ich auch nicht.
Von der letzten Woche habe ich mich erholt. Dann lief irgendwie der Haushalt, was halt so geht mit tauben Fingern und tauben Füßen. Dann war ein Geburtstag, ein Krankenbesuch, aber weit weg, und ein Vorstandstreffen mit viel Arbeit. Ach ja, Bügeln und Kochen, Einkaufen und Gesundheitszeugs machen sind auch wichtge Tätigkeiten. Vor allem Gesundheitszeugs, das heißt Physiotherapie, Trainig aller Körperteile von oben nach unten, frische Luft und schlafen können.
So bin ich erst gestern Abend dazu gekommen, die Nähsendung vom Dienstag anzuschauen.
Themen waren Kragen und Ausschnitt.
Die Kragenbluse sollte einen Bubikragen bekommen, die Armlöcher bekamen ein Schrägband verpasst. So schwer nicht, sogar eine ein bißchen langweilige Aufgabe. Das hat die Jury dann auch gemerkt.
Der Junge mit der Mütze hat ein graphisches Muster mit einem knallhellgrünen Kragen versehen. Sehr stylisch! Frau Ella, die Studentin und Bloggerin, hat Schiffchen ausgesucht. Sehr witzig!
Sie bekam dann auch zurecht den ersten Platz. Alle anderen Blusen habe ich sofort vergessen. Frau Crafteln, auch Bloggerin, wurde dann ein bißchen gedisst von Guido. Es gefiel ihm nicht, dass sie Kniestrümpfe trug. Wie eine polnische Erntearbeiterin würde sie aussehen, sagte er, meinte es aber nicht nett. Als sie dann die Kniestrümpfe wegen Bodenkontaktsuche auszog, war es wieder nicht recht.
Naja. In der zweiten Halbzeit sollte man aus einem grauen Lappen ein Kleid nähen mit schönen Ausschnitt. Die einzige Lōsung wäre gewesen: Lappen wegwerfen, neu anfangen. Das hat im Grunde der Sieger gemacht. Ein wunderbares Fünfzigerjahrekleid mit Resten vom Lappen als Bund und als Überjäckchen. Der Junge mit der Mütze wurde auch zurecht Gesamtsieger. Die anderen haben sich redlich bemüht, Spitzen einzusetzen, mit Farben zu blocken, Ösen reinzuhauen. Die Lappenstruktur war nicht weg zu bekommen, trotz Modedesignstudiums. Der Mut fehlte.
Die Namen der Juryfrauen konnte ich mir jetzt merken. Inge und Anke. Inge, die Profischneiderin, gab gute Tipps und half auch beim Bubikragen. Anke war weiterhin farblos, allerdings bewunderte ich ihre extrem stabilisierte Haartolle auf dem Kopf. Dass Inge keinen Fehler übersah, wunderte manche. Aber wellige Kragen und schiefe Kanten fallen auch bei Hennes & Mauritz in der Krabbelkiste auf. Da hat man dann aber auch Mitleid mit den Chinesenkindern.
Die Zeit von drei Stunden war wieder knapp.
Anleitung lesen, Stoff suchen, Schnitt rausmachen und übertragen, zuschneiden, heften, nähen. Man muss sich da sehr konzentrieren. Ein Fehler und man kann von vorne beginnen.
Was mir gefehlt hat, war tatsächlich der Blick auf die eigentliche Arbeit. Immer nur kurz angerissen, dann war man schon wieder bei der Jury. Da kommt halt die Privatfernsehendenke durch. Man soll sich ja amüsieren, aber bloß nix dazulernen.
Ätsch, ich weiß aber jetzt trotzdem, dass man die Nahtzugabe beim verstürzten Kragen besser knapp abschneidet als in Winkeln einschneidet. So!

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4 Gedanken zu “Bubikragen

  1. Oho! Genäht habe ich schon ewig nicht mehr und diesen Sender kriege ich mit DVBT nicht rein. Wird aber wohl keine Bildungslücke ergeben. Das mit dem knapp abschneiden statt Winkeln. oho! Neu! Also doch…
    Ich schau dann, wenn es wieder kommt, „The Taste“, weil ich theoretisch gerne koche… Was Frauen in meinem Alter halt so machen 🙂
    Auf dass sich die tauben Gliedmaßen wieder geben.
    Liebe Grüße
    Angela

    • Die Gliedmaßen haben den strikten Befehl wieder normal zu werden. Wehe , wenn nicht 😉
      Naja, ich würde auch damit leben.
      Den Sender gibt es als App, der die ersten Wochen für umme ist, dann aber was kostet.
      Ansonsten beschäftigen sie sich bei diesem Sender mit all den Beiträgen, die die Zeiträume zwischen den Werbeblocks ausfüllen. Grausliges Zeugs! Deshalb gibt es hier im Hause alles auf Festplatte, damit man vorspulen kann. Leider haben sie in die HD- Kanäle Sperren eingebaut, dann geht es nicht. So zeichne ich eben von den alten Kanãlen auf, die funktionieren noch.
      Der Bubikragen ist tatsãchlich mal was Neues. Sieht aber angezogen oft sehr bieder aus. Vermutlich muss der Ausschnitt größer gemacht werden, sonst sieht man tatsãchlich wie ein Mädi aus.

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