Twitterlieblinge im Januar

Der Januar verlief, so könnte man es sagen, insgesamt aufstrebend. Der Hauptbaustein des Alltags war lange Zeit die Erschöpfung. Ihr kleiner Bruder, die Schlaflosigkeit, nahm sich etwas zurück. Die kleinen Freuden waren rar gesäht, leuchteten trotzdem die Dunkelheit aus. Nun fãngt eine neue Zeit an, voller Hoffnung und Lebenslust.

So gibt es auch wieder Twitterlieblinge aus dem Januar. Das vorherrschende Thema war die Flüchtlingsdiskussion. Was wurde da alles behauptet und weiter geleitet!
Im realen Leben war das auch so. Die Zeitung dementierte eifrig Gerücht um Gerücht, indem sie jedem einzelnen nachging.
Mühevoll, aber die einzige Möglichkeit, der Vernunft den Weg zu bahnen. Erschreckt hat mich, wie dünn der Lack unseres zivilisierten Verhaltens doch ist.

So, aber jetzt Twitterlieblinge.
Anne Schüßler sammelt sie, wie immer eigentlich.
Danke, Anne.

Advertisements

Elf

Wortschnittchen hat mich beworfen, mit einem Stöckchen! Eine halbe Ewigkeit habe ich keines mehr bekommen. Ich freu mich sehr und lege jetzt los.

1 Was hat dich zum Bloggen und/oder Twittern gebracht?

Twittern weiß ich nicht mehr, aber Bloggen schon. Es war im Januar 2005 und ich stōberte nach einer Möglichkeit, ohne Aufwand HTML-Codes für den Unterricht einzusetzen. Es sollte keine Homepage sein, es sollte nichts kosten und jeder Schüler sollte seinen Beitrag getrennt bearbeiten können. So probierte ich myblog aus, mit ganz doofen Beiträgen. Die löschte ich später wieder und erzählte einfach aus meinem Leben.

2 Wie und warum hat deine erste große Liebe geendet?

Ach, das ist eine sehr traurige Geschichte. Ich mag sie jetzt nicht erzählen. Nur ein Satz : sie war einseitig und er lebt nicht mehr.

3 Hand aufs Herz: Hast du schon einmal etwas geklaut?

Nein, nie. Es war auch nicht nötig. Ich war auch nie hungrig und arm. Und Spaßklauen liegt mir nicht.

4 In welcher Situation hast du dich einmal körperlich schutzlos gefühlt? Und wie hat sich die Situation aufgelöst?

Ja, bei zwei sehr schweren Unfällen, die ich nur überlebt habe, weil andere schnell und selbstlos geholfen haben.

5 Hast du schon einmal eine Diät gemacht?

Eine mit weniger Essen, Bewegung und Almased? Ja, immer wieder.
Solche mit Kohlehydrate weglassen, nur Zitronenbonbons essen oder nach Sternzeichen und Blutgruppen? Nie.
Aber das nur, weil ich immer wieder vergesse, was ich nun nicht essen darf.
Bei mir taugt nichts gut, was man sich merken muss.

6 Deine Lieblingskünstlerin/dein Lieblingskünstler?

Das wechselt je nach Konzert oder Ausstellung, die ich besucht habe. Als klassischen Komponisten liebe ich Brahms. Als Bildhauer halten sich tapfer Auguste Rodin und Max Ernst.Von David Hockneys Landschaften werde ich trunken.
Björk mag ich, und Zaz, Frank Sinatra und Konstantin Wecker.
Also ein ziemliches Durcheinander, mit Stil und ohne Ziel.

7 Was war dein schönstes Ferienerlebnis?

Sind die Schulferien gemeint? Wir sind nur ein paar Mal in Familienurlaub gefahren. Mein Vater war beruflich viel im Ausland und hatte dann nie Lust wegzufahren. Und wenn, stand alles unter seinem Regiment.
So verbrachten meine Schwester und ich die Ferien meist mit Radfahren und Schwimmbadbesuchen. Das war sehr schön.
Mein schönstes Erlebnis aber war als Betreuerin bei einer Ferienfreizeit der Kirchengemeinde. Wir haben in einer Berghütte geschlafen. Es gab ein Matratzenlager und wir hatten nur kaltes Wasser zum waschen. Die Einfachheit hat mir sehr große Freude bereitet. Und die Kinder. Vorher wusste ich nicht, dass ich mich so gut mit Kindern verstehe.

8 Dein Lieblingskleidungsstück?

Ich liebe Samt. Ich habe zwei Samthosen und zwei Samtkleider, die meine absoluten Lieblinge sind. Und ich habe zwei Hosen mit Punkten.
In keines von allen passe ich im Moment hinein. Und so werfe ich mich am März auf die Antwort zur Frage 5. Oder auch nicht.

9 Dein größter Fehlkauf?

So etwas habe ich nicht, ich habe nur Schuhe, die ich selten anziehe 😉

10 Was würdest du gern in einem Nachruf auf dich lesen?

Tja, darüber habe ich viel nachgedacht in letzter Zeit.
Durch sie ist die Welt ein bißchen wärmer/besser/bunter geworden?
Klingt doch ziemlich anmaßend.
Aber eigentlich kann es mir Wurschd sein. Ich lese es ja nicht mehr.

11 Deine Einstellung zur Jagd?

Oh, eine sehr ambivanlente.
Als Biologin bin ich dafür. Wir haben in Mitteleuropa keine Raubtiere mehr, die den Bestand an Rehwild regulieren können. Der Verbiß an Bäumen wäre existentiell für den Wald. Da der Wald ein Wirtschaftsfaktor ist, hier ganz besonders, ist die Jagd nötig.
Als Mensch finde ich das Jägergetue abstoßend, das Hallali und die aneinander gereihten toten Hasen fürchterlich überheblich.
Und die Angebereien mit der Jagd völlig unnötig. Die Schüsse Sonntag Morgen um fünf eben völlig überflüssig.
Als Esserin liebe ich Rehbraten und Wildschweingulasch mit Knödel. Und einer muss halt alles für mich erledigen, vorher.

Meine elf Fragen sollen bitte beantwortet werden von
Frau Indica, weil sie die erste Bloggerein war vor elf Jahren, die ich gelesen habe und mit der ich einen wunderbaren Abend in Kreuzberg verbracht habe, mit Barbesuch.
Frau Tikerscherk, weil ich ihren Blick auf die Dinge mag, und ihre Sprache.
Und Frau Read On, vor allem weil ich mōchte, dass Sie ihre Geschichten aus Neu Delhi und Dublin lesen. Und sie mögen.
Das Stöckchen liegt frei rum, es kann also aufgenommen werden, von jedem, der möchte, auch in den Kommentaren.

Nun die elf Fragen:

1 Eine Abenteuerreise wartet auf Sie. Was wäre für Sie das absolute Abenteuer?

2 Sie dürften bestimmen, wer eine Spende von 10000 € bekommt. Wer wäre das und warum?

3 Für einen Tag dürften Sie in die Haut eines anderen Menschen schlüpfen. Von wem wüssten sie gerne, wie sich sein Leben anfühlt?

4 Und welches Tier wären Sie gerne, wenn das möglich wäre?

5 Hat schon mal ein Traum Ihr Leben beeinflusst?

6 Lieblingsbücher liest man gerne mehrfach. Welches haben Sie am häufigsten gelesen?

7 Wenn Sie in ein anderes Land fliehen müssten, dessen Sprache sie nicht sprächen und wo Ihre Berufsausbildung nicht anerkannt würde, mit welchen Fähigkeiten könnte sie sich den Lebensunterhalt verdienen?

8 Verraten Sie uns ihr Lieblingskuchenrezept?

9 Unter Ihrem Balkon soll jemand ein Ständchen singen. Sie dürfen sich Sänger und Lied wünschen. Also, wer und was wünschen Sie sich?

10 Auf welche fünf Lebensmittel können Sie nicht verzichten?

11 Die Elf ist die Zahl des Narren. Wenn Sie sich denn verkleiden würden, als was würden Sie zum Karneval gehen?

Linkerei vier

Wie es mir ergangen ist, wollen Sie wissen?
Naja, keine Twitterlieblinge und kein „Was mach ich so den ganzen Tag“ deuten ja schon darauf hin, dass ich nicht mal mehr Dinge hinbekomme, die mir Spaß machen.
Die Erschöpfung hat mich aufgefressen. Mein Bewegungsprogramm ist dabei das einzige, was am Leben geblieben ist. Immerhin etwas, sagen Sie. Ja, gut. Eine ausgeklügelte Medikamentenzusammenstellung kippt eigentlich alles, was sich an Aktivität in mir regt und zwingt sie nieder. Aber das ist bald vorbei. Licht ist am Horizont und Hoffnung keimt.

So will ich Ihnen hier doch eine kleine Freude machen mit den Links hier, falls sie noch nicht versunken sind im geoguess- Raten der letzten Linkerei.

Es wird bald Frühling und was liegt näher, als lang gehegte Wünsche endlich wahr werden zu lassen.

Sobald das Wasser der Bäche und Flüsse wieder wärmer wird, kann man damit beginnen, Gold zu waschen.
Hans zeigt Ihnen, wie das geht.

Ob es sich in Ihrer Gegend lohnt, können Sie hier nachschauen. Wohnen Sie am Rhein oder in Bayern , können Sie ja schon mal probehalber den Wok auspacken.

Trauen Sie sich nicht so recht, können Sie ja hier im Museum einen Goldwaschkurs belegen.
Ja, so etwas Feines wie ein Goldmuseum gibt es in Deutschland. Wobei der absolute Renner unter den Goldmuseen in Kolumbien liegt, direkt hier in Bogota. Ich war noch
nie da, kenne aber jemanden, der schon dort war. Wie das halt so ist.

Sind Sie noch da? Wenn ja, fragen Sie sich vielleicht, was das soll mit dem Gold. Und Sie haben verdammt recht, sich das zu fragen. Also, hier ist Jubiläum: dies ist der 200. Beitrag in diesem Blog und 11 Jahre Bloggerei habe ich nun auch hinter mir, lange bei Myblog , dann bei WordPress.
Wahnsinn, wo das Ganze doch nur probehalber begonnen hatte, so als Unterrichtsprojekt für html. Daraus wurde nichts, Projekt vergeht, Blog besteht. So in etwa ist das.