Kleinigkeit über Römer I

Das Rheinland ohne Römer kann man sich schlichtweg nicht vorstellen. Sie haben Köln und Bonn vom Heereslager zur Stadt gemacht. Trier war zeitweise sogar das Ersatzrom. Und die Eifel hätte ihre schwarzhaarige und widerspenstige Bevölkerung nicht, wenn sich da nicht haufenweise römische Soldaten nach Dienstende niedergelassen hätten. Die Römer haben die ersten Brücken über den Rhein gebaut und dem Rheinländer ihre entspannte Lebensart hinterlassen. Agrippina, Neros Muttter, war eine Kölnerin und hat der Stadt ihren Namen gegeben. Als Jungfrau, Teil des Kölner Dreigestirns, rennt sie heute noch mit blonden Zöpfen durch das Kanevalsgeschehen. Passt heute ganz gut: 11.11.
So war dann Nero eigentlich ein halber Kölner, passen würde es ja. Dazu aber später.
Nun, ich hatte in der Schule Französisch, was einem in Liebesbriefen von Vorteil sein kann, und nur ein Jahr Latein. So musste ich die Antike im zweiten Bildungsweg erobern.
Das sage ich jetzt nur, falls jemand mit Ahnung hier liest und meine zusammengereimten Deutungen für fehlerhaft eintütet. Ja, aus mir spricht eher die Begeisterung als die fundierte Altphilologin.
So, Römer. Haben Sie Lust auf ein Mitmachmuseum? Ich mag es ja sehr, wenn man etwas anfassen kann. Dass man antike Stücke nicht den Fettfingern Neugieriger aussetzen sollte, versteht sich von selbst. Aber man kann nachbauen und dann den Eindruck der Authentizität erwecken.
In Rheinbrohl gibt es ein solches Museum. Man ist gleich in der Welt der Soldaten, wie sie wohnten, was sie trugen und was sie aßen. Alles war standartisiert, die Anzahl der Soldaten pro Kochtopf, die Beschaffenheit der Kleidung und die der Waffen und Helme. Dort im Museum kann man alles anprobieren. Schon der Helm machte mich ganz wuschig: die Klappen am Ohr kann man seitlich wegschwenken! Draußen dann die eigentliche Sensation: eine Wumme. Ich glaube jetzt nicht, dass das der Fachausdruck ist. Jedenfalls ist es ein Gerät, das riesige Baumstämme in den Untergrund rammt. Und so hat man sich von Rheinufer zu Rheinufer durchgerammt, und die Brücke war fertig.
Römer hatten Betten, Römer hatten eine Küche und einen Backofen, alles zu besichtigen. An manchen Tagen wird gekocht, an manchen wird gebacken.
Wer gucken mag:Römerwelt in Rheinbrohl

Das ist jetzt die Wumme, zur Sicherheit der Besucher leider nicht zu bedienen.

Es muss zeitwiese schwer gewesen sein, sich gegen die wanderlustigen Nachbarn zu behaupten.

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2 Gedanken zu “Kleinigkeit über Römer I

  1. Und das alles hast du dir angeschaut. Boah, wäre ich gern mit meinen Viertklässern hingefahren, immer wenn das Thema Römer im Sachunterricht dran war. Hohe Anschaulichkeit und hier und da etwas mit den eigenen Händen tun, das ist das Beste!
    Vor dem Wort weiter oben „Ersatzrom“ habe ich `ne Weile gesessen und überlegt. Ach ja. Hatte es ZU schnell gelesen.
    Gruß von Sonja

    • Das sind ich die Ausflüge der letzten drei Monate. Ich muss ja wieder mit der Bloggerei anfangen, so geht das mit der Schlamperwirtschaft hier nicht weiter.
      Den Kindern bin ich da ganz nah: es ist ein tolles Museum. Am Ersatzrom habe ich selbst gezögert: Ersatz-Rom geht ja auch.

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