Twitterlieblinge im Januar

Eine lange Weile dachte ich, dass mich nichts mehr aufregen kann. Dann kam der Brexit, dessen Zustandekommen mich sehr aufgebracht hat. Den Herrn Trump habe ich lange mit spöttischer Gelassenheit betrachtet. Das ändert sich gerade. So gibt es leider ziemlich viele Trumptweets, die mir gefallen haben. Aber da müssen Sie durch. Und es werden immer mehr Tweets, die ich mag. Woran das wohl liegen mag?
Wer noch mehr Tweets schauen will, schaut bei Anne nach, sie sammelt alle Lieblingstweets.

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Wochenende, ein bißchen faul

Die drei Arztkontakte der letzen Woche haben mich so aufgewühlt, dass ich in der Nacht zu Samstag kaum geschlafen habe. In der Morgenzeitung steht dann, dass die Nachbarin ein paar Häuser weiter im Dorf verstorben ist und auch schon beerdigt. Dass sie schwer krank war, hat man ihr angesehen und sie hat ab und an erzählt, wie mühsam und schmerzhaft alles sei. Ich weiß, sagte ich, ich weiß. Seit zwei Wochen nun sind die Läden runter am Haus und man hätte es wissen können. Aber dass es keine Beerdigung gibt, bei der man Abschied nehmen kann, das kenne ich aus dem Dorf nicht.

Der Samstagseinkauf findet nun in Begleitung statt, was der Angelegenheit eine unnötige Hektik beschert. Herr croco, sehr dynamisch und effizient, schiebt den Wagen nach optimierter Route durch den Markt. Es gelingt ihm recht schnell, mich abzuhängen und so suche ich, vollbepackt mit Jogurt, Mehl und Eiern, die Gänge ab nach dem Familienwagen. Seiner Meinung nach genügt es, genug Lebenwurst, Gummibärchen und Salzstangen im Haus zu haben um ein Überleben zu sichern. Alles andere sei doch von geringer Bedeutung.

Gegen den beim Einkaufen erworbenen Hunger gibt es Pilzrisotto, Steak und einen Salat mit Fenchel und Orangen. Seit einer Weile habe ich ein Rezept für saftigen Zitronenkuchen. Genau so heißt er. Die Teigmenge erscheint mir etwas gering, aber Eier und Backpulver werden es schon richten. Nun, es soll auch Zitronensaft in den Teig. Ob das nicht zu sauer ist und Eier und Backpulver bremsen? Nun, Anleitungen sind zu befolgen. Das was dann aus dem Ofen kommt, ist reichlich flach. Ich bohre noch Löcher rein, um Zitronensaft mit Zucker zu versenken. Das ist also mit saftig gemeint. Kurz und gut, der Kuchen ist hübsch, aber um einiges breiter als hoch. Man könnte ihm einen Deckel verpassen, und das mache ich auch. Quark mit Gelatine anrühren und Sahne drunter, eine Dose Aprikosen klein machen und Pistazien drüber, fertig ist das Werk. Nun, Besuch war nicht angesagt, ich werde einfrieren müssen.

Es wird noch gewaschen und gebügelt und es gibt etwas Brot und Käse zu Abend. Um zehn klingelt es dann überraschend. Freunde, Rückkehrer von einer Familienfeier aus dem Süden, bringen Brezeln und brauchen noch etwas Aussprache und Alkohol. Torte und Pfälzer Rosé passen dann doch vorzüglich zusammen. Der Zitronenboden wird auf das heftigeste gelobt, der Quarkdeckel auch. Nein, der Kuchen hat keinen Namen.

Der Sonntag dann ist in der Summe ereignislos. Käsespätzle und Torte lähmen so, dass die Couch kaum verlassen wird. Die Liste der Neujahrstelefonate wird abgearbeitet, bevor der Februar beginnt. Vier Mal eine Stunde das Leben der anderen, mit all den Kämpfen und Freuden. Vorbereitungen für den montäglichen Unterricht folgen. Es wird gelesen und auf der Festplatte ruht noch „Beast of the Southern Wild“, ein ganz bezaubernder Film mit einem unglaublich intensiv spielenden kleinen Mädchen. Ein schöner Abschluss, das war’s. Lazy sunday.

 

Schwimminski

Heute ist es usselig draußen. Die Vögel haben schon die zweite Ladung Äpfel zerlegt. Jetzt, wo die Stunde der Wintervögel vorbei ist, sitzen sie in Zweierreihen vor den Vogelhäuschen. Wenn ich jetzt zählen müsste, würde ich verrückt. Wo waren all die Viecher bis zum Wochenende?

Bei diesem Wetter mag man im warmen Wasser sitzen und sich die Schneeflocken auf die Nase fallen lassen. Dazu müsste ich den Popo von der Couch nehmen und mich in eines der umliegenden Thermalbãder begeben. Eine Stunde fahren und dann die Haare nass? Nö. Sie merken, ich bin eine Tussi. Bloß kein kaltes Wasser irgendwo, ich bin Warmduscherin, Warmbaderin. In einem Baggersee war ich, abgesehen davon, dass gerade Winter ist, schon lange nicht mehr. Zu kalt für Madams Waden.

Aber gucken, wie andere baden, das mache ich gerne. Anne, die Tochter von FrauMutti, badet sich durch die Weihnachtszeit. Nun, sie ist gerade in Südafrika und ein paar Erlebnisse lassen bestimmt das Herz ihrer Mutter fast still stehen. Afrikaanne sieht bei alledem ziemlich gücklich aus.
Da hat übrigens ne fremde croco kommentiert, na sowas.

Journelle hat sich einen eiskalten Teich in London ausgesucht, um schwimmen zu gehen. Es werden Badekappe und Handschuhe empfohlen.
Wie vergnügt die Damen im Kenwood Ladies Pond sind!

Sind Sie auf Weltreise, wie Frau Wortschnittchen demnächst, sind sie vielleicht froh über Ratschläge, in welchen Gletscherbächen man nun baden kann. Herr Kaspersky ist ziemlich mutig.

So weit reisen muss man aber nicht. Frau Chlorhuhn gibt Tipps zum Eisschwimmen in einheimischen Gewãssern. Ein wohliges Gruseln und eine tiefe Dankbarkeit, dass ich es warm habe, überfallen mich.

Man muss solche Artikel immer mit einem hoffnungsvollwohligen Aspekt schließen. Im kleinen Hotel der Frau Blaumann in Rottenburg am Neckar ist der Zimmerpreis immer inclusive der Freibadkarte. Die ehemalige Schreinerei liegt direkt am Neckarufer und neben dem Freibad. Das Frühstück ist im Preis nicht dabei, aber bitte buchen Sie es trotzdem, es schmeckt gōttlich. Ein prima Quartier für eine heiße Sommerwoche mit Fahrrad direkt am Fluß. Und der Sommer wird kommen, versprochen!