Á la japonaise

Rumgetelefoniere heute Morgen. Arztrechnungen, Arzttermine, Behördentermine, falsche Rechnungen, Zuständigkeiten, naja.
Das Draußen wird mit Schnee vollgeballert. Schön sieht es aus und man hört nichts mehr. Der Schnee und der Schall, Sie wissen schon, der eine wirkt wie ein Kissen für den anderen. Wenn man ne Einfahrt und einen Bürgersteig zu schippen hat, wirkt das dämpfend auf die Romantik. Bin gespannt, ob die Kinder wie im letzten Jahr die Strasse hier als Schlittenbahn erkennen. Ich mag nicht schimpfen, wir haben das früher ja auch gemacht. Aber gefährlich ist das schon.

Nun, haben Sie Spaß daran zu erfahren, wie man sich anderwo warm hält?
Und welche Rolle der Kotatsu dabei spielt? Das hier ist das Blog einer jungen Deutschen, die in Japan lebt, und mir schon viele Einblicke in den Alltag dort gegeben hat.

Wir wollen in Japan bleiben. Aus einem halben Toastbrot und ganz viel Süßkram wird diese ungewöhnliche Mahlzeit zubereitet. Mal was anderes.

Wenn Sie Ihrem Bonsai eine Karussellfahrt spendieren wollen, bietet sich diese Lösung an. Ich fürchte nur, die kleinen Dinger bekommen schnell den Drehwurm. Der Film dazu lohnt sich.
So, genug Ferner Osten für heute.
Ich mach jetzt Mittagessen.

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WmDedgT 1/2017

Frau Brüllen will es wissen. Und zwar, was wir am 5. eines jeden Monats so machen. Hier ist mein Tag.

Aufstehen muss ich erst um acht. Ein Luxus, zu Schulzeiten ist es meist halb sieben. Das ist für meinen Körper und meinen Verstand fast wie Mitternacht.
Draußen liegt ein bißchen pudriger Schnee und die Sonne scheint, ein perfekter Ferientag. Geschippt werden muss nicht, also wird es ein entspanntes Frühstück.
Der Mann nimmt mein schōnes Auto, ich den Packesel, damit ich den Wäschekorb zur Mangel in die Stadt transportieren kann. Ich hol noch schnell Geld aus dem Automaten und frage beim Goldschmied nach, ob ich die geschenkten Ohrstecker zu Clips umarbeiten lassen kann. Ich habe ja keine Löcher, aus Gründen. Nun, es geh nicht, schade. So gebe ich sie mit Bedauern zurück.
Die Freundin, nach dem letzten Beitrag müsste ich sie fragen, ob sie es wirklich ist, also, sie wohnt in einem anderen Dorf und ich hole sie ab. Ich nehmen einen Riesenumweg durch ein verzauberte verzuckerte Tälchen, aus Schönheitsgründen. Wir wollen uns einfach unsere letzten Wochen erzählen. Und gleichzeitig ein neues Café begutachten. Unser großer Plan ist nämlich, dass wir eines Tages alles hinschmeißen und ein Bistro aufmachen. Und so gucken wir jeden neuen Laden an und diskutiere, was wie sein soll, und was nicht. Nun, hier sind die Lampen super, aber weder Gestühl noch Aufteilung gefallen uns. Übrigens ist die Karte auch ein büschn laaangweilig, aber günstig. Ich persönlich glaube, dass wir das nie machen werden, weil wir nur Spaß am Planen haben, wir die eigentliche Arbeit aber sofort delegieren würden. Und uns immer kleine Bands oder Dichterlesungen zur Unterhaltung gönnen würden.
Nach ausführlichem Update über die gesamten letzten Wochen, bringe ich sie wieder heim und eise den Mann für zwei Toast Hawaii aus der Arbeit raus. Danach ruhe ich zuhause etwas aus, lese, der Mann kommt und hat Zeit für einen Spaziergang bei Eiseswind ums Dorf. Keiner ist draußen, nur wir. Ein Fenster öffnet sich für einen Neujahrsgruß. Ich ziehe mir die Kapuze meiner neuen irischen Strickjacke über die Ohren, viel hilft es nicht. Zuhause gibt es Tee, der Mann geht wieder arbeiten. Ich mache mich an Nähzeugs, was seit zwei Jahren rum liegt. Hosennähte, Abtrockentücher umsäumen, so Flickzeugs halt. Nebenher ziehe ich mir die Podcasts der Landesschau Baden Württemberg über das ipad rein. Da wird mir immer so wohlig dabei. Die Nähmaschine tut es erstaunlicherweise noch, für den Fadenverlauf in der Spule muss ich aber im Prospekt nachschauen.
Um acht kommt der Mann von der Arbeit und hat Hunger. Wir essen, also wir verspern, und gucken dann Nachrichten. Anschließend sind zwei aufgezeichnete Folgen von Scott & Bailey dran. Ich nerve etwas, weil ich nebenher twittere und ein bißchen Candy cush spiele. Kurz nach elf ist Bettzeit, doch leider ist für mich kein Einschlafen möglich. Nach langem Hin- und Hergewälze stehe ich auf, trinke Apfelsaft und schreibe das hier.

Menschen

„Willst Du meine Freundin sein?“ An einem hellen Vormittag in der dritten Klasse fragte mich das die M. Und stürzte mich damit in tiefste Verzweiflung. Sie hat mir einen Tag Zeit gegeben für die Antwort. Das war das erste Ultimatum meines Lebens. Ich hatte immer Mãdchen, die ich besuchte, die mich besuchten, die mit mir am Morgen zu Schule gingen oder am Nachmittag ins Freibad. Das waren verschiedene, das eine Nachbarskind, dann die Tochter vom Friseur, das andere Nachbarskind. Waren das meine Freundinnen? Ich glaubte schon, hatte aber nie danach gefragt, sie mich auch nicht.

Am Abend erzählte ich es dann meine Mutter, und fragte, was ich tun sollte. Ich hatte richtig Angst vor dem nächsten Tag. Sie sagte mir, dass man Freundschaft fühlt und nicht beschließen könne. Und dass man so eine Frage folglich auch nicht beantworten könne. Und dass Freunde diejenigen wären, mit denen man gerne zusammen sei. Das habe ich dann am nächsten Morgen M gesagt. Sie hat dann lange nicht mehr mit mir geredet. Ich glaube, sie hat sich gerächt, viele Jahre später. Und hat mich in die peinlichste Lage meines Lebens gebracht. Das ist aber eine andere Geschichte.