WmDedgT 06/17

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so den ganzen Tag tun.
Es ist ein geschenkter Sonntag, dieser Montag. Und ich bin so müde. Den Wecker habe ich auf neun gestellt. Herr croco ist seit acht im Haus unterwegs und kommt ab und an vorbei um mir zu sagen, dass er mit mir frühstücken will.
Er zieht die Vorhänge weg und öffnet die Fenster. Ich rolle mich ein und schlafe weiter. Bis es fast zehn Uhr ist, dann habe ich genug. Ich muss arbeiten, ja, korrigieren. Bißchen kühl ist es draußen, und windy, so dass wir in der Küche frühstücken.
Ich ess nie viel in der Frühe, und bin sehr maulfaul, so dass ein Frühstück mit mir nie ein gesellschaftliches Ereignis werden wird. Heute wird es bemängelt, man sucht das Gepräch. Leider wird nichts drauß. Ich setze mich dann an den Schreibtisch und fange an mit den Arbeiten. Nein, ein Diaphragma ist kein chemisches Verhütungsmittel. Nein, eine Minipille muss man nicht direkt nach dem Geschlechtsverkehr einnehmen. Da hast Du was verwechselt, junge Frau. Dazwischen muss ich ein bißchen im Internet gucken, damit ich nicht verrückt werde. Mich stressen Korrekturen ungemein. Einen halben Punkt dafür oder eher keinen? Die Frage ist ganz anders beantwortet worden, geht aber auch so. Volle Punktzahl oder Abzug wegen Nichtdurchlesens der Frage? Ich hasse das. Und die Korrekturen müssen einem Vergleich Stand halten. Wenn ich jetzt für etwas einen Punkt gebe, muss ich zehn Arbeiten weiter genau den selben Punkt geben, sonst ist morgen Polen offen. So, um eins habe ich genug. Im muss Kuchen kaufen gehen, es kommt Besuch und für die Backerei habe ich keine Zeit mehr. Sahnetorte dauert und ich habe Lust auf Sahnetorte. Der Mann kommt mit, er muss noch was im Geschäft holen. In der Konditorei suche ich Erdbeertorte und Schwarzwälder Kirsch aus und wünsche einen schönen Sonntag. Sie haben Kleingeldmangel und ich lasse mein ganze Centsammlung da. Ich habe immer Strandgut im Geldbeutel. Immer will Kleingeld zu mir.
Zuhause gibt es dann einen Obstteller zu Mittag und einen Platz an der Sonne. Ich lese noch ein bißchen und schlafe noch ein bißchen und schon ist der Besuch da.
Die Freundin mit ihren zwei kleinen, äußerst niedlichen Kindern trifft ein und wir reden, trinken Kaffee und essen Torte. Ich freue mich an ihren Geschichten, sie hat einen äußerst pragmatischen und analytischen Blick auf die Welt, den ich sehr liebe, und ich erzähle ihr meine Geschichten. Ich kenne ihre Familie und ihren Bekanntenkreis schon seit so vielen Jahren, und sie meinen. Dazwischen wuselt das Baby und rennt das Kleine und wollen beschäftig und bepustet werden. Kurzum, es ist äußerst unterhaltsam und sehr kurzweilig. Im Garten gibt es Blumen zum Riechen und im Teich schwimmt ein Krokodil, was will man mehr. Plötzlich ist es Abend, der Tischgrill wird nach draußen geschleppt und es gibt Schnitzel, Brot und Salat. Wir erzählen weiter, während noch eine Runde gewickelt und eine Portion Brei verfüttert wird. Sie fahren winkend ab, ich schreibe noch schnell alles auf, bevor ich mich wieder an Minipille und Diaphragma mache.

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