WmDedgT 7/17

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so den ganzen Tag machen.

Zur Zeit weckt mich Freddy Mercury. Heute morgen macht er das um 8 Uhr, allerdings zu Hause bei Muttern im Kinderzimmer. Nun ja, ich bin eben ein altes Kind. Auf der Rückfahrt von der Süddeutschlandtour wegen Geburtstag und Abitreffen machen wir nochmals einen Stop, bevor es wieder ins Rheinland geht.
Die Mutter hat schon Frühstück gemacht, Obstsalat, Müsli und Orangensaft. Sie war ziemlich krank, dann in der Reha und hat sich jetzt ziemlich gut erholt. Beim Gespräch stellt sich allerdings heraus, dass an eine sofortige Abfahrt nicht zu denken ist. Einiges muss erledigt werden, eigentlich die Aufgabe der Verwandtschaft, der Marathon beginnt. So wird wegen des fehlenden Sparbuchs Auskunft eingeholt. Wir können gleich kommen. Die Krankenkasse wird benachrichtigt, dass die Hausärztin eine Pflegestufe befürwortet. Sie schicken Unterlagen und den medizinischen Dienst. Die Diakonie schickt eine Schwester vorbei und der Notar bekundet, dass bei ihm Dokumente hinterlegt sind. Dann klingelt der Mann mit dem Rollator. Den vorher gelieferten packt er wieder ein und stellt das schicke Turbomodell vor, mit Stockhalter und Sitzgelegenheit. Leute, habt keine Angst davor. Das Ding ist geil! Dann wird die Mama eingepackt und wir fahren in die Stadt. Die Bank sperrt das fehlende Sparbuch und bucht das Geld auf das Girokonto. Uff! Früher hätte man es abschreiben können. Alle weiteren Aktionen scheitern am abgelaufenen Ausweis.
Also auf zum Rathaus. Den einzig freien Parkplatz davor haben nun wir. Das Bürgerbüro hat geöffnet und einen Ausweis können wir auch beantragen. Leider fehlt ein Foto. Die Fotografin gegenüber hat Zeit und leuchtet aus. Ojee, Königin Elisabeth war nicht beim Friseur und sieht auch sonst ziemlich fertig aus. Das Foto werde ich immer vorgehalten bekommen. Nun, ich toupiere und male an was geht. Die alte Schönheit kann ich allerdings nicht wieder herstellen. Nachher guckt sie ganz traurig, als sie das Foto sieht, sagt aber nichts. Zurück zum Rathaus, wird der Antrag ausgefüllt. Sie kennt natürlich die Damen des Bürgerbüros von früher, erzählt, welch schönes Kleinkind sie gewesen waren und lässt die Mütter grüßen. Danach sind wir fertig und fahren heim. Gulasch wird aufgewärmt, und die übliche Riesenportion Spätzle hingestellt. Tomatensalat und danach Eis, das war es. Unsere Koffer müssen noch ins Auto gebracht werden. Dann aber geht es Richtung Norden. Um zwei geht es los, die nächsten drei Stunden hangeln wir uns von Stau zu Stau, die letzten zwei Stunden verlaufen friedlich. Die Nachbarin hat auf das Haus aufgepasst und bekommt jetzt Brezeln und Schokolade. Dann kommen wir in ein kühles Haus, hören den Anrufbeantworter ab, inspizieren die Post, gratulieren noch schnell zum Geburtstag und zum Abitur, und sagen der Putzfrau ab. Morgen muss ich ausschlafen. Brezeln, Trauben und Käse, Sherry für den Herrn, das ist das Abendessen. Dann lege ich mich aufs Sofa und fasse den Tag zusammen.

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