WmDedgT 09/17

Was wir so den ganzen Tag machen, will Frau Brüllen wissen.

Nun, ich hatte  grottenschlecht geschlafen. In den Ferien ist das egal, schlafe ich halt aus. Der Mann kommt erst zum Frühstück nach Hause. Mit dem Ausschlafen wird es dann nichts. Um halb acht weckt mich das Telefon, bis ich dran bin, ist der Anrufer weg. Nummer unterdrückt. Ich nicke kurz ein. Dann geht der Wecker, den der Mann aus Versehen angelassen hat. Jetzt bin ich richtig wach und stehe auf. Eine Ladung Wäsche landet noch in der Maschine, die aus dem Trockner lege ich zusammen. Ich mach das Frühstück und der Mann kommt hundskaputt von der Arbeit. Und dann schlafen wir beide auf der Couch ein. Um halb zwölf wache ich auf, lese ein bißchen und bereite das Mittagessen vor. Nach dem Mittagessen mache ich ein Päckchen zurecht. Zwei lange Telefonate mit nicht so guten Nachrichten folgen. Danach fülle ich nochmals eine Waschmaschine, leere den Trockner und lege Wäsche zusammen. Der Korb für die Mangel ist nun voll. Mit Mangelwäsche und Päckchen fahre ich in die Stadt. Die Stadt ist rappelvoll, am Heilig Abend ist nicht mehr los. Ein Gekurve ist das. Im Supermarkt hole ich Obst und Jogurt. Dann läuft mir noch ein Mann vor‘s Auto und schimpft mich gehörig aus. Im Elektrokaufhaus finde ich den passenden Radiowecker und werde ausführlich beraten. Ich flirte noch etwas mit den neuen Kaffeemaschinen und fahre wieder heim. Jetzt fährt mir noch fast ein Auto von links in die Flanke. Nur unflätiges Hupen rettet mich.  Auspacken und den neuen Wecker installieren ist in einem Wusch gemacht. Der alte kommt ins Gästezimmer, da muss ja nicht immer zuverlässig geweckt werden. Der neue hat nämlich einen Puffer gegen Stromausfall. Den haben wir leider immer noch ab und an. Vor einem Jahrzehnt war es schlimmer, da war er manchmal einen ganzen Tag lang weg, oder eine Nacht. Aus der Zeit sind noch Taschenlampen im Haus verteilt, Kerzen und Streichhölzer liegen in einem Depot. Das moderne Telefon fällt ja dann auch aus. Was trauere ich meinem 12 Volt Schnurtelefon nach. In der Not ging das immer noch. Nein, wir leben  nicht in Afrika.

Nun, der Mann kommt von der Arbeit, und will Fussball gucken. Wir erfreuen uns sehr an den singenden Iren, dann kommt wieder ein Telefonat wegen der nicht so guten Nachrichten. Der Mann übernimmt, dann essen wir zu Abend. Ich lese noch, er schaut Fussball. Dann noch ein Telefonat und jetzt reicht es. Ich fasse den Tag zusammen und gehe gleich ins Bett.

 

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