Ein Weib namens George

Zur Erholung waren sie gekommen, die Französin, ihre Kinder und der Liebhaber.
Ein ruhiges Plätzchen an der Sonne, gutes Essen, gute Luft und Erholung, das war der Plan.
Doch es gab Schwierigkeiten. Ein Haus war nicht zu bekommen, der Gesandte des Heimatlandes bot dann Unterschlupf. Doch in dem Haus zog es erbämlich. Der zarte junge Mann begann zu husten. Die Ärzte, die man aufsuchte, hatten keine Ahnung, so sah sie das. Schwäche meinte sie, er brauche Medikamnete zur Stärkung. Nein, Tuberkolose sei es. Und man möge sich von anderen fern halten. Es sprach sich rum, und die Einwohner hielten sich fern von ihnen. Die Wohnung wurde ihnen gekündigt uns so blieb nichts anderes, als auf den Zufall zu hoffen.
Und es wurde etwas frei, sogar möbliert. Und eine viel bessere Apotheke gab es da, in dem verfallenen Kloster. Es gehörte der Gemeinde Valldemossa und man war froh, dass etwas Geld herein kam. Kalt war es trotzdem.
Und es ging ihm schlecht. Doch Geld war da und so kaufte man gutes Essen. Die Bewohnerin der Nachbarklause bot sich als Hilfe an. Sie aß dann mehr als sie half. Und brachte andere mit, falls sie gerade satt war.
Aber es gab ein Klavier, er konnte spielen und die Kinder zeichnen.
Sie mochte die Insel nicht, und auch nicht ihre Bewohner. Unterstellte ihnen Missgunst und Heimtücke, liebte aber ihr Land. Nur eben die Bewohner störten.

Obwohl sie die Revolutionswirren aus Frankreich kannte, sah sie die ausweglose Armut auf dieser Insel nicht. Doch ist ihr Buch auf eine gewissen Art bezaubernd. Sie hat nach ihrer Rückkehr nach Frankreich vieles gelesen, und so manche ihrer Aussagen relativiert.
Und das alles berichtet sie in einer eigenen plaudernden, doch sehr analysierenden Art und Weise. Dass die Familie Bonaparte eigentlich von der Insel Mallorca stammt, versöhnt sie dann doch mit den Einheimischen.

Um in ihre Kartause zu gelangen, eine kleine Wohnung aus drei Räumen, muss man zwei Mal Eintritt bezahlen. Einmal am Eingang für die Kirche, die Apotheke, die Bücherei und den Garten. Kommt man dann an das Ende der Klosterwanderung, wartet hinter einer dicken Baumwollkordel eine sehr charmante aber unerbittliche Dame und, naja und möchte speziellen Eintritt haben. Man ist versucht, sofort die Meinung von George Sand zu teilen. Ein bißchen sehr interessiert am Geld sind sie schon hier.

Da sind sie nun hier höchstselbst als Figuren, dann ihre Aussicht auf das Tal, ihr Sitzplätzchen und der Aprikosenbaum im Innenhof. Die Fotos haben leider keinen Temperaturfühler, es war nämlich sehr kalt und es zog aus allen Ecken.
Neben jeder Aufsichtsperson stand ein kleiner Ofen.
Offensichtlich hat sich in den letzten zweihundert Jahren auch da nicht so viel geändert .

George Sand lebte ein freies Leben und liebte die direkte Sprache. Übrigens bezeichnete Nietzsche sie als eine Milchkuh mit Stil. Nun gut, lesen Sie selbst.
George Sand
Winter auf Mallorca

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Spanische Krippe

Auf dem Weihnachtsmarkt in Palma kann man sich ausstatten. Die gesamte Heilige Familie samt Stall und Schafen, die Heiligen Drei Könige und das Jeusukind sind in allen Größen und Materialien vorrätig. Dann gibt es noch ein Lämpchen für’s Lagerfeuer und ein Plätscherbächlein für querdurch.
In der Krippe muss Stroh liegen, rundrum echtes Moos und Wurzeln, oder eben Kork.
Die Spanischen Krippen (nicht die Grippe) kommen der realen Größe Bethlehems ziemlich nahe. Und beinhalten ganze Heerscharen an Dorfbevölkerung, Handwerkern, die sägen und hobeln, Eseln , die um die Mühlsteine laufen und wippende kleine Jungs.

Zu Weihnachten ist die Kathedrale geschmückt mit langen Lichterketten. Überall in der Stadt findet man sie ebenfalls. Sie symbolisieren die Spinnweben im Stall von Bethlehem, sagt der Pfarrer im Gottesdienst am Heiligen Abend. Ja, auf Deutsch. Denn die Kathedrale ist an diesem Abend den Germanen überlassen worden. Und sie füllen sie, zwei Mal komplett. Jeder bekommt einen Strohhalm mit, für zuhause.

Die Stadt schert sich wenig um deutsche Weihnachtsbräuche, gibt es doch hier erst am Fest der Heiligen Drei Könige die Geschenke. So sind die Geschäfte offen und man kann noch etwas in der Sonne sitzen vor der deutschen Bäckerei.
Ich wusste es ja, dass manche diese Insel gedanklich Deutschland zuordnen. Es kommen viele her, es leben viele hier. Und doch merkt man es im Winter kaum. Ja, die Speisekarten haben auch deutsche Untertitel. Und die Kellner sprechen es fließend.
Trotzdem bewerfe ich sie mit meinen spanischen Brocken. Ist ja ein Bildungsurlaub für mich. So leicht kommen sie mir nicht davon.“Quisiera preguntar algo….“

Krippe heißt ohne Umwege gleich belen, also Bethlehem. Alles klar!

Einen Tio de nadal habe ich übrigens nirgends gesehen. Ob er auf der Insel nicht üblich ist? So jedenfalls soll es aussehen, wenn man diesen kleine Holzbock haut.