A bsonders Wiesle

Manche wundern sich. Ist die Frau doch Biologin, wo ist das ganze Kroppzeugs, von dem sie früher dauernd berichtete. Weg ist es nicht, es kommt im Paket.

So also jetzt die Magerwiese am Nordhang des Felsspornes. Lustig war, dass die meisten Leute den Wanderweg mittendurch benutzten, zu Fuß , mit Bike, diie Wiese aber keines Blickes würdigigten. Nur wir und noch andere Deutsche, die einzigen übrigens, die ich auf der Reise getroffen habe, warfen sich auf die kleinen sonderbaren Pflänzchen. A Orchideawiesle, hätte mein Proff damals gesagt.

Von der Bestimmerei und dem Namensuchen bin ich abgekommen. Ich freu mich, wenn ich weiß, wie die Pflanze heißt, manchmal schlage ich nach. Mittlerweile bin ich zufrieden, wenn ich Blüten sehe, die ich schön finde, die ich noch nicht kenne, einfach so.

Das ist wie mit meinen Lesern. Ich freu mich, dass Sie da sind. Die meisten kenne ich nicht, aber das macht nichts. Es sind eh nicht viele, die mich hier bei WordPress gefunden haben. Und nachschauen, wie viele den Feed abonniert haben, kann ich hier nicht, glaube ich.

Ach, übrigens sind die Orchideenfotos alles nichts geworden. Aber ich kann mich noch gut erinnern.

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Sehsucht

Dieser Platz macht besoffen, sehtrunken, man wird irr vom Schauen.Vom Felssporn aus sieht man die flache Mündung des Tejos und den sanften weißen Strich von Lissabon am Horizont. Das war der Blick nach Norden. Dreht man sich nach Süden, sieht man über die Bucht von Setubal, hingetupft in Aquarellfarben, sand und blau. Schaut man den Sporn entlang, dann ist da hinten Amerika. Davor ein zauberhaftes Tal. Das muss den Menschen schon immer gefallen haben, so viele Steine aus so vielen vergangenen Zeitaltern, immer ein bißchen anders gestapelt. Und auf dem Kamm thronen ein paar wunderbare Windmühlen.

Bei Nacht und bei Tag, man kann den Blick kaum wenden. So stromert man durch die Burg, durch das Hotel und sucht immer wieder neue Bilder . Man kann sich nicht sattsehen.

Dann enttäuschen auch die Fotos ein wenig, denn diese Gemälde sind im Kopf , und im Herzen.

Setubal, ich glaube, ich komme wieder. Wart auf mich.

Einsam in Portugal

Wo waren wir stehen geblieben?

Ja, genau, wir sind jetzt im portugiesischen Hinterland, dort wo man zu Ostern die Häuser mit farbigen Rändern bemalt. Sie wirken besonders  gegen den bösen Blick und Geister im allgemeinen. Der örtliche Kokelbeauftragte zündet die vertrockneten Olivenbaumzweige an, die in Riesenhaufen am Rande der Anpflanzungen plaziert sind. So brennt es immer irgendwo.

Die Alleen sind menschen- und autoleer. So kann ich mich einfach auf die Straße stellen und in beide Richtungen fotographieren. Menschenleer auch das portugiesische Staatsgestüt „Coudelaria de Alter“, fast wenigstens. Ein paar Pferdepfleger schlufen in Gummistiefeln auf den Wegen zwischen den Ställen Richtung Essen. Dann sind sie alle weg. Übrig nur die schwarzen Pferde, die uns mit interessierten und traurigen Blicken nachschauen. Hier haben sogar die Pferde die saudade, die portugiesische Form der Traurigkeit und des Weltschmerzes.

Keiner nimmt Einrtitt. Der Verkaufsladen bietet Holzepferde in allen Variationen, hat aber zu. Die einzig geöffnete Tür ist die zur Toilette. Und diese herrschaftlich zu nennen , gebührt ihr.