Alte Feinde

Hoch oben über dem Canyon, direkt unter der Abbruchkante, findet man die versteckten Lehmhäuser . Eigentlich sieht man sie nur bei bestimmtem schrãgen Lichteinfall. Die Cowboys, die die Siedlungen gefunden haben, entdeckten sie nur weil Schnee darauf gefallen war. Und da waren sie schon lange verlassen worden. Über die Bewohner weiß man wenig. Anasazis waren es, Nachfahren derjenigen, die aus Mittelamerika zurückgekehrt waren. Sie hatten Kultur, konnten Felder bearbeiten und Körbe flechten. Und man mochte sie nicht. Das Navajowort Anasazi bedeutet „alte Feinde“. Was vor 800 Jahren geschehen war, weiß man nicht. Es sollen welche überlebt haben, so die Hopis, aber dazu später.
Jedenfalls fand man die zugehörigen Pueblos auf den Hochflächen der Mesa verde, des Grünen Tisches. Die Felsenwohnungen waren wohl nur als Zuflucht gedacht und als Kultstätte. Heute noch ist es eine elendige Kraxelei über Leitern, bis man hinein und wieder heraus kommt. In die Kiva, den kreisrunden, in die Erde eingegrabene Kultplatz, kann auch wiederum mit einer Leiter einsteigen. Was dort geschah, und bei den Hopi heute noch geschieht, weiß man nicht.
Der Nationalpark ist über eine Zufahrtsstrasse erreichbar, die sich auf die Hochfläche hinauf windet. Immer mal wieder gibt es eine geschotterte Haltebucht oder einen richtigen Parkplatz, von dem man entweder ein neues Cliff Dwelling, einen spektakulären Blick in die Tiefe oder eine Archäologische Fundstätte vorfindet. Ziemlich spannend! Man kann sogar im Parc übernachten, wir sind aber weiter Richtung Westen, wie die richtigen Siedler.
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Im Museum, das ein bißchen angestaubt ist, klärt sich dann vieles: die Entwicklung des Pithouses, der Kiva und des oberirdischen Lehmhauses. Dann meine Lieblinge: Federschmuck und weiche gestickte Schuhe. Ich bin ja mit Karl May aufgewachsen, besser, mit Winnetou, und habe eine hochromantische Indianervorstellung, die halt leider an der Wirklichkeit entlang schrammt.


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links:
Mesa Verde Nationalpark
Anasazi

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Bison!Bison!Bison!

Es sollen ja hier nicht nur Trauer und Entsetzen herrschen, sondern auch vom schönen Leben erzählt werden.
Ich erstelle ja ab und an Tierlisten. Auf der stehen alle Tiere, die ein Urlaub so mit sich bringt. Manchmal gibt es auch Pflanzenlisten.
Man muss sich natürlich umschauen, so einfach läuft einem nichts vor die Flinte.
Und was sucht man so in den USA. Genau: Bär, Bison und Berglöwe. Ich kann es verraten, alle drei gab es zu sehen. Allerdings, nunja, dazu später.
Man kann sich stundenlang die Nase an der Autoscheibe platt drücken, wenn man durch die Ebenen fährt, man sieht nur einsame magere Rinder auf riesigen, eingezäunten Wiesen, die auf vertrocknetem Gras rumkauen.
Doch einmal, nur ein einziges Mal, schallte der Ruf durch den Truck: Bison, Bison, Bison! Vollbremsung, wenden , und dann das hier: die Reste der eins riesigen Herden lümmeln einfach so auf einer Weide. Direkt daneben ein Burgerstand mit Bisonburger.
Von 30 Millionen zu Indianerzeiten wurde der Bisonbestand durch wildes Abschlachten so reduziert, dass nur noch ein paar übrig blieben. Langsam merkt man, dass diese Rinder viel besser an das Leben in der Steppe angepasst sind und man züchtet sie wieder. Doch nur wenige leben frei.
Bison bei Wikipedia

Nach oben streben

Colorado, die farbige Schönheit. Und auch ein Stück der Seele der USA. All das, was wir von Europa aus sehen und nicht verstehen, hat hier seine Mitte. Die Waffen, die Armee und die Religion. Und der Sport.
Und Colorado Springs ist das Destillat von allem.
Diese Stadt ohne richtige Mitte liegt auf einem Hochplateau auf 2000 Metern Höhe, an der Kante zwischen Gebirge und der endlosen Fläche, der Plains. Die Luft ist so dünn, dass man mehr atmen muss als anderswo, das Licht ist heller und die Aussicht auf die Rocky Mountains ist göttlich.
So, und überall sind Kirchen, Kirchen, Kirchen.
Hier können sie sich austoben, hier müssen sie keine Steuern bezahlen. Und so wirkt diese Stadt als Magnet für alles, was irgendwie mit Gott zu tun haben glaubt. Hier hat Jesus immer ein Ausrufezeichen. Und man kann davon ausgehen, dass nahezu alle gegen Evolutionstheorie, Homosexualität, Klimaerwärmung und Drogen sind. Da ganze Paket eben.
Ab und an ist eine von ihnen für einen handfesten Skandal gut.
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Die meisten Kirchen haben Lagerhallencharme oder sind schönheitsfrei bombastisch.
Bis auf eine. Und jetzt kommt das Militär ins Spiel.
Auf dem Gelände der Airforce Academy, ja, mit Führerschein zeigen darf man rein, steht die Chapel. Gefasstes Licht für all diejenigen, die hier ausgebildet worden sind zu fliegen. Und Bronzeplatten für die, die ihr Leben gelassen haben. In Vietnam, Korea, Afghanistan, Irak und auch in Europa.
Damit die Götter nicht kollidieren, wurde schön getrennt. Das lichtdurchflutete Spitzdach ist für die Protestanten, das ganze Stockwerk drunter für die Katholiken. Der Keller ist aufgeteilt, rechtsrum geht es in die Abteilung für Moslems, linksrum in die für Juden und Buddhisten. Alles anteilig der Religionen der Kadetten.

Ein Museum zeigt noch, wie die Kadetten leben, wie sie feiern.
Die Mützen wirf man hoch, wenn alles vorbei ist. Etwas Geld steckt man rein für die, die sie auffangen.