Twitterlieblinge im September 17

Der September bestand aus viel Arbeit, Konferenzen und Wahlkampf. Manchmal war auch schönes Wetter. Da habe ich faule Äpfel aufgelesen und schubkarrenweise auf den Kompost gefahren. Ich habe viel Kuchen gegessen und mir viele Gedanken über das Wählen und die Demokratie gemacht. Und mich gefragt, wie es kommen kann, dass Menschen so enttäuscht und hartherzig sind, dass sie die bestrafen, die ihnen nichts angetan haben und die belohnen, die sie bestrafen werden. Ja, ich weiß, ein komplizierter Monat. Dafür gibt es auch ganz viele Tweets. Wer noch mehr mag, guckt bei Anne Schüssler nach.

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Grüne Liebe

Botanische Gärten sind Zoos für Veganer.
Ziemlich gemein.
Nein, Botanische Gärten sind Zauberwelten, kleine Paradiese, Grüsse aus der Vergangenheit. Wer einen anlegt, weiß, dass er seine große Blüte nie erleben darf.
Pflanzen aus aller Welt wurden thematisch geordnet nach ihrem Lebensraum, ihrer Herkunft, ihrem Zweck für die Menschen, ihrer Schönheit.
Sie sind kontemplative Orte, sind Tempel für Lebewesen, die viele kaum wahrnehmen. Nutzen ja, aber kaum einen Gedanken daran verschwenden, dass Pflanzen auch lebende Wesen sind, aus Zellen bestehen wie wir, sich fortpflanzen wie wir. Und uns den Sauerstoff liefen, ohne den wir ersticken würde.
Eine Liebeserklärung einer botanikaffinen Biologin ist das.
In keinem anderen Fachbereich der Uni kommen Professoren mit kleinen Sträußen oder Blumentöpfen in die Prüfungen ihrer Studenten. Und die Sträusse haben es in sich. Je nach Jahreszeit enthalten sie richtige Klopper, weiße Doldenblütler und gelbe Korbblütler sind gefürchtet. Und exotisches. Dafür wird meist ein Gärtner des botanischen Institutes gebeten, etwas zusammen zu stellen. Jedes botanische Institut hat nämlich einen botanischen Garten. Es muss ja einen Platz für die Pflanzen geben, die die rumreisende waghalsige Professorenschaft so vom Himalayafelsen gerupft und von Urwaldbäumen gepflückt hat. So spiegelt jeder Garten unterschiedliche Leidenschaften wieder. Im Palmengarten in Frankfurt gibt es eben riesige Palmen aber auch eine unglaubliche Sammlung von fleischfressenden Pflanzen. In Bonn wurden extra kleine Schluchten angelegt, die die Sammlung von schattenliebenden Farnen unterzubringen. Und seine heiße Liebe zu Pflanzen aus dem Kongo zeigte König Leopold von Belgien in Brüssel, indem er den Pflanzen einen Palast baute.
Ein ganz besonderer Garten ist der Jardín Botánico Atlantico in Gijon. Er ist riesig!
Ein ganz alter Landschaftsgarten, thematische Gärten, ein Gartenbereich für Nutzpflanzen und ein kleiner Verkauf sind auf vielen Hektar Land verteilt. In der Cafeteria gibt es freies WLan, aber dafür nur Kekse in Folie.
Ganz gerührt war ich vom Zitronenbaum, der von Sir David Attenborough höchstpersönlich gepflanzt wurde. Ich liebe ihn ja ganz besonders, wenn es sich in seinen weißen Hosen irgendwo in der Walachei in die Botanik wirft oder eine Leiter hochkriecht um einfach nur Booh zu machen

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WmDedgT 10/2017

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so am 5. eines jeden Monats machen.
Der Tag beginnt um zwei Uhr in der Nacht. Ich kann vor Schmerzen nicht schlafen, trotz Schmerzmittel. So sitze ich in der Küche und lenke mich ab. Ich lese und lese bis es halb fünf ist und ich vor Müdigkeit fast vom Stuhl falle. Jetzt geht das Schlafen bis sieben, dass sind die Schmerzen wieder da. Waren es die zwei Schubkarren fauler und wurmiger Äpfel, die ich aufgesammelt habe? War es die Drahtbürste, die ich über die Terrassenfugen schubste?
Jedenfalls brennen die Rippen von einer alten Verletzung wie Hölle. Frühstück mit Herrn croco, den ich zur Arbeit jage und dann fange ich an zu bügeln, in der Hoffnung, dass sich das was sich ausgerenkt hat auch wieder eingerenkt würde. Es ist nicht schön, aber es geht einigermaßen. Dann fahre ich einkaufen, Essen und Zeugs für eine Woche. Die Kisten ins Auto und wieder heraus zu wuchten bringt mich fast um. Jeder Atemzug sticht. Kochen schaffe ich nicht, so gibt es Schnitzel von der Heißen Theke und Kartoffelsalat aus dem Kühlregal. Herr croco kommt zum Mittag und bemitleidet mich ein bißchen. Ich schlafe und lese, ohne dass es mir merklich besser geht. Dann ist Sprachunterricht und die ersehnte Physiotherapie. Die Therapeutin ist etwas ratlos, ich klage ja selten über Schmerzen und kann kaum noch. Sie zieht vorsichtig da und drückt dort, und plötzlich kann ich wieder atmen. Frei und ohne Schmerzen atmen. Ich schwebe zum Auto, schwebe nach Hause und freue mich, esse Melone und Käse zu Abend und telefonieren noch etwas. Dann gibt es Nachrichten und die aufgezeichnete Vera von gestern. Dann beginne ich mit den Aufzeichnungen.
Ach ja, es war mein freier Tag.