WmDedgT 8/2017

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so den Tag über machen, wie jeden 5. im Monat.

So, ein Samstag beginnt traditionell mit Ausschlafen. Naja, um 9 geht der Wecker, kurz danach kommen die ersten Telefonate für den Mann. Er muss heute nicht arbeiten, aber irgendwie doch. Das Wohnzimmer hat er gerade wieder als Arbeitszimmer okupiert. Und dahin zieht es ihn nach dem kurzen Frühstück. Ich lese noch die Zeitung und ein bißchen im Internet bevor ich zum Einkaufen fahre. Den Rest habe ich gestern erledigt, so dass jetzt nur noch die Lebensmittel bleiben. Zuvor halte ich noch vor dem Geschäft einer Freundin und bezahle das Geburtstagsgeschenk des Mannes. Es war zu spät eingetroffen und ich hatte dann eine Auswahl mitgenommen. Das ist das Schöne an unserer kleinen Stadt: man kann auch zuhause anprobieren.
Im Supermarkt meiner Wahl, also der den ich in einem Affenzacken durchkreisen kann und nicht an der Kasse warten muss, ist nicht viel los. Einkaufen gehen ist mir sehr unangenehm, Schlange stehen auch, und so bin ich für die Discounter eine verlorene Kundin.
Ich muss übrigens einen Rat zurücknehmen, den ich über Jahre meinen Kolleginnen auf Männersuche mitgegeben habe. Samstag Vormittag im Supermarkt, da kaufen sie ein, die Singles. Nein, tun sie nicht mehr. Es sind die Rentner, die diese ökologische Nische besetzen. Durchaus schicke Paare suchen Delikatessen. Und beraten sich vor der Käsetheke. Doch, ein junger Mann war da, mit seiner Oma. Und sie fragte bei jedem Becher, den sie aus dem Regal nahm: Magst Du das essen? Er nickte brav oder schüttelte den Kopf.
Ich glaube, das wird schwierig für ihn auf dem freien Markt.
Nein, kein Payback, nein, keine irgendwelchen anderen Punkte.
Im Parkhaus merke ich, dass ich den Essig vergessen habe. Also alles zurück. Zuhause gibt es dann ein schnelles Mittagessen. Kartoffelauflauf von gestern plus angebratenes Hühnchenfleisch. Ja, Bio, ja, sehr sehr glücklich vorher.
Der Mann muss noch schnell Bürozeugs machen. Ich lese wieder rum. Das Verb für den Nachmittag habe ich Nikolas Sarkozy zu verdanken : Kärchern. Die letzten Jahre standen unter einem anderen Stern, der nicht mit Terrassenreinigung zu vereinbaren war. Nun ich will es selbst machen und mir nur das Gerät zeigen lassen. Es wird nichts daraus. Was jetzt etwas mit Auseinandersetzung zu tun hat, und meiner kurzfristig anberaumten Verlagerung meines Arbeitsplatzes vor das Haus zum Jäten zwischen den Steinen. Beim gebückten Grasen kam ich zu der Einsicht, dass es durchaus Männerarbeit gibt, also Arbeit, die Männer gerne machen, nicht Arbeit, die Männer exclusiv können. Warum sollte ich den schweren Anteil übernehmen, wenn auch Fegen geht? Gut, ich fege den patschnasse Moosmatsch weg. Vier Stunden mit kurzer Kaffeeunterbrechung mit kleinen spanischen Keksen. Danach sind wir fertig. Der Mann schläft auf der Couch ein, ich bereiten einen Teller vor mit Dingen, die man gabeln kann (erinnert sich noch jemand an das Verb?).
So können wir die Renaissance auf Arte gucken: Zeitenwende.
Hochinteressant! Und ich schreibe noch das Ende des Berichtes für heute.

Gipfelbalz


Wenn der Kopf voller Bilder ist, und man soll entscheiden, welches nun das beeindruckendste ist, so fällt dies schwer. Am ehesten ist es das Unerwartete. Und mit ihm beginne ich.
Eine Reise von Ort zu Ort in einer Landschaft, die man nicht kennt, ist voller Überraschungen. So sind Galizien und Asturien im Norden Spaniens grün und gebirgig, voller Menschen und ganz einsam. Was es aber immer gibt, ist eine Virgen, eine Jungfrau Maria. Sie ist sozusagen eine Einrichtung. Über Baiona an der Grenze zu Portugal steht so eine und schaut über das Meer. Man kann in ihr hochkrabbeln auf das Segelschiff auf ihrem Arm und sieht dann noch mehr Meer. Oder man bleibt zu ihren Füßen stehen und lässt sich von Schmetterlingen umschwirren. Schwalbenschwänze fliegen einem um den Kopf herum und torkeln zu zweit um die Felsen. An einem anderen Ort, auf einem anderen Berg, waren es die Segelfalter. Es ist so zauberhaft zwischen Schmetterlingen zu stehen, es macht ganz plötzlich ganz glücklich.
Ein bißchen Verstand bleibt, der einen nachher googeln lässt. Gipfelbalz nennt man das. Diese Schmetterlinge suchen den höchsten Punkt der Umgebung auf und treffen dort auf das andere Geschlecht, tanzen umeinander, miteinander und paaren sich. Das ist so eine schöne Idee: alle, die einen Partner suchen, bewegen sich zum höchsten Berg der Gegend und treffen Gleichgesinnte. Leider sind bisher nur Insekten drauf gekommen. Übrigens gibt es auch die Wipfelbalz, aber das führt zu weit hier.
Nachtrag: Anscheinend ist ein anderer auch auf die Idee gekommen, Stäffele-Dating in Stuttgart, man trifft sich auf den Treppen den Berg hoch.

Twitterlieblinge Juli 2017

Rumgereist bin ich und wegen Hotel-WLAN konnte ich genug twittern. Die Reise kommt später, ich muss zuerst hier die Hütte auf Vordermann bringen. So, hier die Lieblingstweets. Wer mehr lesen will, schaut bitte bei Anne nach.

https://twitter.com/learn_things/status/882842573655740416