Noch ne Linkerei

Ungeahnte Kräfte wachsen in mir.
Ich fange an umzuräumen, Vorhänge abzuhängen und zu waschen, Blumen umzutopfen und alles mögliche zu organisieren. Dieser alte Arbeitsdrang tut mir nicht gut. Dieser Perfektionismus, der nach langer Abwesenheit wieder Einzug hält, macht mich unruhig und beschert mit die lang verschwundene Migräne. Oder ist es umgekehrt? Die Migräne bringt den Schaffensdrang?
Es kann jedenfalls so nicht bleiben. Ich kann mich nicht überall reinhängen. Mein Rückzug auf das Minimale und meine Toleranz dem Spülsaum und dem Standgut meines Lebens gegenüber hat mir gut getan.
Nun. Ich muss wieder zur Ruhe kommen. So lese ich rum, vielleicht interessieren Sie sich ja auch dafür.

Die erste Geschichte ist beeindruckend und furchtbar, und zusätzlich ein Familiengeheimnis.Die grausame Tante Margit

Bertram Diehl ist Anästhesist in Südfrankreich und beobachtet, wie seine Kinder mit den Errungenschaften verschiedener Kulturen umgehen: Yühtüb

Man muss nicht Ostereier färben, es geht auch mit Sellerie

Über FrauMutti habe ich zu einer jungen Frau gefunden, die sich traut und ausprobiert, und dabei viel Humor und Geschick hat im Bau von irrsinnigen Maschinen.

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Linkerei im März

Ein paar Links kann ich empfehlen.
Der Notarzt stellt vor, was geschieht, wenn ein Unfall passiert. Ein Zeitplan sozusagen. Dern Film darunter lege ich Ihnen sehr ans Herz, aus ganz persönlichen Gründen.
Wie man im Buddhismus mit den unterschiedlichen Geschlechtern umgeht: viel entspannter als wir.
Wenn Sie frisurtechnisch nicht immer nur der letzte Heuler sein wollen, sondern ein einziges Mal den heißesten Sch…s auf Ihrem Kopf tagen wollen: nur zu.
Meine Lieblingsküchlein aus Lissabon kann ich zu Ostern leider nicht verschnabulieren, ein Rezept hab ich aber, Pasteis de nata.
Wer mal in Vietnam war, kennt die mit Blumen und Obst beladenen Radfahrer ganz gut. Wie zauberhaft sie von oben aussehen, sieht man hier.

WmDedgT 3/18

Um halb sieben stehe ich auf, etwas zu spät. Für die morgendlichen Übungen für Arm, Rücken und Schulter ist es zu spät. Auch für das Raussuchen origineller Kleidung für den Montag Morgen ist es zu spät. Also bleibt nur das, was schon liegt, gestreiftes. Wenn Sie mich in Gestreift sehen, denken Sie zurecht, heute ist ein Tag, an dem ihr nichts eingefallen ist.
Wenigstens ist es jetzt schon hell beim Frühstücken. Herr croco kommt nun auch angeschlichen, er muss auch gleich weg. Tasche ins Auto und ab in die Schule, die Kundschaft wartet schon. In den Pausen keine Erholung sondern nur das übliche Rumgerenne wegen Listen, Filmen, Terminen, fehlenden Entschuldigungen. Die Kollegen sind unter Druck wegen der Prüfungsaufgaben für das Mündliche Abitur. Ich bin nicht dran, welche Erleichterung nach Jahrzehnten jährlichen Jochs. Weiteres Rumgerenne zwischen den Gebäuden, zwischen den Räumen. Die Technik ist da und funktioniert, wie wunderbar.
Zuhause gibt es Restsuppe vom Sonntag, mit Griesknödeln und kleinen Maultaschen. Nicht selbst gemacht, bin gerade wieder auf bofrost gestoßen, nach langjähriger Abstinenz. Die setzen jetzt wieder Fahrer mit braunen Kulleraugen ein, da bin ich machtlos.
Danach kommt der Eieruhrschlaf. Halbe Stunde mit schrillem Wecken, funktioniert gerade prima. Dann folgen Schreibtisch, Korrekturen und Wäsche. Im Fitnessstudio sind die Hochmotivierten von Neujahr schon wieder weg, man kommt an die Geräte und es sind wieder die entspannten Abarbeiter da. Die schauen allerdings sehr mitleidig auf meine kleinen Gewichte. Die Schultern erlauben nicht mehr, aber immerhin geht ein bißchen was. Vor Wochen sah es noch nach Gesamtkatastrophe aus. Heim, duschen, zu Abend essen und erholen, mehr geht nicht mehr. Und dann sehe ich eine nette Dokumentation über Gigolos auf Kreuzfahrtschiffen. Ein charmantes Lebensmodell ist es schon, gegen Kost und Logis mit Damen zu tanzen. Manchmal bedaure ich es, kein Mann geworden zu sein. Mir würde das gefallen, ein bißchen schäkern, ein bißchen tanzen, ein bißchen rumreisen. Jedenfalls war der Kameramann genial darin Stimmungen und Bewegungen einzufangen. Und einer der Eintänzer bleibt danach bei einer Frau, ich sag nicht welcher. Nur dass der Kameramann das schon vorher wusste.
Etwas spät geht es ins Bett, aber nun.
Nachtrag: der Trailer von „Die letzten Gigolos“

Wenn Sie wissen möchten, wie andere Menschen den Tag verbringen, schauen Sie doch bei Frau Brüllen nach. Es wird Ihnen gefallen.